Waidhofen an der Thaya – Vranov nad Dyji: Zu Besuch bei schrägen Vögeln

Ja, eigentlich mochte ich Waldrappe bis jetzt gar nicht. Mit ihrem nackten, fleischfarbigen Kopf und ihrem Gekrächze bemühen sich diese ausgestorbenen Ibisse auch nicht gerade um Sympathie… Ganz abgesehen von der Geruchsbelästigung, zumindest im Zürcher Zoo. In Waidhofen sollen mehr als 60 dieser schrägen Vögel leben. Grund genug für einen kleinen Umweg in der Erwartung, wieder einmal ein Vorurteil abzubauen. Und siehe da: An einem kleinen Hügel mitten im Städtli steht eine riesige, naturnah gestaltete Voliere. Nix Gestank, nur zufriedenes Glucksen. Zwei Wärter sind grad am Reinigen und füttern die Kolonie mit toten Küken. Drei Junge seien heuer geschlüpft. Diese werden jetzt ausgewildert. Vielleicht erblicken wir dann auf einer nächsten Reise in einem abgelegenen Wald einer dieser Fabelvögel.

Weiter geht’s auf dem “Iron curtain trail”. Diesmal auf einem ehemaligen Eisenbahntrassee. Da sind die ersten 25km rasch zurückgelegt. Umso hügliger wird’s im Anschluss. Viele der größeren Orte sind unten an der Thaya. Kaum vorstellbar, wie das beim letzten Hochwasser ausgesehen hat, als der Pegel z.B. in Raabs a.d.Th. 6 m hoch stand.

Bei Luden stoßen wir erneut auf die Grenze und fragen uns ein weiteres Mal, was das für ein Leben gewesen sein muss mit all den Stacheldrähten gleich hinter dem Haus. Heute ist nicht einmal mehr die grüne Grenze sichtbar…

Černé Údoli – Waidhofen an der Thaya: Berührende Mahnmale

Weiter gehts es durch den tschechischen Auen-Urwald. Wir folgen mehr oder weniger dem EuroVelo13, dem “Iron curtain trail”, der hier verschiedene Varianten hat. Eine führt durch Weitra, wo seit über 700 Jahren Bier gebraut wird. Der Fernradweg ist gesäumt von Mahnmalen an die Zeit der Trennung durch Stacheldrahtverhaue. Aber auch von Zeugen der grenzüberschreitenden Versöhnung. Das sind berührende Farbtupfer in einem Streifen Europa, in dem die totalitären Regimes so tiefe Wunden geschlagen haben, dass die Narben wohl immer sichtbar bleiben.

Kurz nach Schweiggers und nachdem wir die mitteleuropäisch Wasserscheide (wieder) überquert haben, treffen wir auf das kleine Bächlein namens Thaya. Kaum zu glauben, dass daraus ein 250 km langer Fluss wird, der uns die nächsten Tage den Weg weisen wird.

Hauptplatz in Weitra

Linz – Černé Údoli: Punktlandung

Wie wir unsere bepackten Velos schon kurz nach Linz langsam den steilen Haselbachgraben hochstossen, ist unser Blick noch immer von den Hochwässern der letzten Tage in Nordwestdeutschland geprägt. Dem jetzt recht bescheiden durch die kleinen Weiler gurgelnden Bächlein werden kurz vor der Passhöhe recht imposante Rückhaltebauwerke gewidmet. Hoffentlich werden die nie auf eine Bewährungsprobe gestellt.

Oben angekommen geht’s weiter durch eine abwechslungsreiche Hochebene. Die Abfahrten an die Bäche und die Wiederanstiege erinnern in ihrer Anlage in der Falllinie ein wenig an England… und je näher wir der Tschechischen Grenze kommen, umso dünner besiedelt kommt uns die Gegend vor. Nach Überquerung des Grenzbachs ist dann allerdings kilometerweit “goa nix mehr” – außer einem nigelnagel-neu geteerten Radweg durch einen riesigen Auenwald (vermutlich die frühere Sperrzone entlang des Eisernen Vorhangs). Ab und zu kommt noch eine halb zerfallene Grenzwächterkaserne (gut erkennbares Einheitsmodell, bekannt von früheren Reisen). Unsere Radreisenden-Idylle wird dann doch noch durch ein ungutes Pöpperlen im Blätterdach gestört. Die Buchen sind so dicht, dass wir trocken bleiben. Das richtige Gewitter legt exakt dann los, als wir die Velos unter dem Vordach des heutigen Gasthauses parkiert haben. Eine absolute Punktlandung! Dann gießt es Eine Viertelstunde lang wie aus Badewannen.

Weites Land Oberösterreich

Grenzerfahrungen: Wels – Graz

Auch heuer haben wir uns mit der Tourenplanung schwer getan. In welchem Land gelten welche Vorschriften bezüglich COVID-Zertifikat? Wo ist die Bewegungsfreiheit wie eingeschränkt? Zuerst wollten wir nach Frankreich, doch dann hat sich der Osten durchgesetzt. Doch fahren wir so nicht dem Unwettertief “Bernd” hinterher? Folgen wir so den Unwettern? Ja, denn als Erstes wird unser Zug umgeleitet. Statt in Innsbruck umzusteigen können wir fast bis an den diesjährigen Ausgangspunkt der Veloreise sitzen bleiben. Bei trübstem Himmel schwingen wir uns in Wels auf die bepackten Velos und sind nach wenigen Radumdrehungen den Traun-Radweg. Er führt uns vorbei an auch am Nachmittag noch verschlafenen Spaziergänger:innen (haben wohl alle mit einem Dauerregen-Sonntag gerechnet…) und rauschenden Kraftwerken nach Linz. Zwischendurch gabs dann auch noch eine kurze Dusche aus einer Schauerwolke. Wo wir am Ende der zweiwöchigen Tour wieder in den Zug einsteigen wissen wir noch nicht. Ebensowenig, welche Route wir ab übermorgen abkurbeln werden…

Schäumendes Flusskraftwerk an der Traun

Andernach – Bingen: Felsen, Weinbau, Verkehrswege

Die Abkühlung vom Gewitter war erstaunlich wenig ergiebig. Die Hitzewelle dauert an. Es gibt keine andere Wahl: der Wecker läutet noch immer um 5 Uhr 30, das Frühstück gibts auch heute wieder im Hotelzimmer und bei Sonnenaufgang rollen wir bereits gegen Süden.

Koblenz erreichen wir ohne Probleme, doch dort passiert der grosse Fehler. Noch immer „ohne“ Karte fahrend, merken wir plötzlich, dass die Himmelsrichtung nicht mehr stimmt. Wir sind der Mosel gefolgt! Der Fluss kam uns schmal vor, die Schiffe haben sich verändert und der Radweg fehlte – das kann einfach nicht der Rhein sein. Wir fahren zurück, queren die Mosel über die nächste Brücke und fahren weiter zurück zur Mündung der Mosel in den Rhein – ein imposanter Punkt (Deutsches Eck)!

Dann folgt der wohl schönste Abschnitt des Rheins. Einzig auf den Abschnitten oberhalb Chur (resp. oberhalb Reichenau) kann es die Landschaft des Vorder- und Hinterrheins mit dem Abschnitt zwischen Bingen und Koblenz aufnehmen. Wir vergleichen mit der Donau und sind uns einig, dass hier die Wachau und das eiserne Tor zusammen kommen. Rechts und links wechseln sich Felsen und Reben an den meist steilen Flanken. Der Fluss mäandriert stark, ist zum Teil sehr schmal und es hat immer wieder Felsbänder im Flussbeet. Als Laie staunt man, dass die grossen Transportschiffe hier durchfahren können. Einem Frachter schauen wir zu, wie er den Mäander bei Hirzenach passiert – sehr eindrücklich. Links und rechts des Flusses gibt es auch an der engsten Stelle sowohl eine Strasse, als auch eine Eisenbahnlinie. Der Rhein ist eine bedeutende Verkehrsachse.

Gerne würden wir uns hier mehr Zeit nehmen. Doch die Bedingungen sind auch heute wieder ungünstig. Der Wind wird immer stärker, weht (auch heute!) von vorne und die Hitze ist unbarmherzig. So müssen wir weiter und dafür sorgen, dass wir an den Schatten kommen. Auf diesen Kilometern nehmen wir Abschied von der diesjährigen Tour. Ein würdiger Abschied einer eindrücklichen Reise und der Rhein macht definitiv Lust auf mehr.

Köln – Andernach: die ersten Hügel

Wir fahren früh los. Zuerst müssen wir die Fahrräder am Bahnhof holen, das geht ohne (grössere) Probleme. Dann sind wir unterwegs gegen Süden, die Sonne ist aufgegangen und begleitet uns durch die Rhein-Quartiere von Köln. Überraschend schnell ist man im Grünen, das kennen wir schon von Düsseldorf. Der Weg führt praktisch immer direkt am Wasser – wunderbar. Manchmal ist er etwas schmal geraten und der Belag ist leider meist in schlechtem Zustand. Doch bremsen tun uns heute nur zwei Dinge: die drückende Hitze und der fiese Gegenwind. Die Gesichter der entgegenkommenden Reisenden verrät, dass sie es leichter haben.

Zum ersten Mal seit Tagen gibt es heute Topografie. Zuerst fällt uns auf, dass das Rheinufer stärker terrassiert ist, dann kommen die ersten Hügel des Siebengebirges in Sichtweite. Kurz vor Bonn zeigt sich, dass das frühe Frühstück nicht ergiebig war. Gäbe es ein (offenes) Restaurant am Wegrand, wir würden Rührei und Speck bestellen. Doch wir sind noch immer zu früh, die wenigen Restaurants sind alle noch zu. Wir essen unseren Lunch.

Erst in Remagen haben die Strassencafés geöffnet. Alle Radfahrer sitzen im Schatten vor grossen Gläsern, wir tun es ihnen gleich. Dann geht es weiter, wir freuen uns über die schön angelegte Route, die Sicht auf den Rhein und die Wälder des Gebirges. Etwas ungewohnt ist das Geräusch des welken Laubes unter unseren Rädern. Es tönt, als wären wir im Herbst unterwegs. Die Bäume haben eindeutig Hitzestress – wir auch.

In Andernach liegt unser Hotel für heute Nacht direkt an der Rheinpromenade. Wir erfahren, dass man für den Besuch des Geysirs schon Wochen im Voraus reservieren muss. Es ist der grösste Kaltwasser-Geysir, seine Eruption ist 40 Meter hoch und findet alle zwei Stunden statt.

Als wir zum Nachtessen gehen ist es noch immer über 30 Grad heiss und schwül. Zwischen dem Hauptgang und dem Dessert setzt der Regen ein, zuerst fein und zögerlich, dann als heftiges Gewitter. Endlich gibt es etwas Abkühlung.

Industrie und Auen sind am Rhein nah beieinander
Kuriosum in Bonn: Bundesamt für magische Wesen
Rheinradweg

Düsseldorf – Köln

Heute haben wir eine kurze Tour geplant. An Köln wollen wir nicht vorbei rasen. Da wir gestern am Nordrand von Düsseldorf untergekommen sind, müssen wir jetzt zuerst durch die gesamte Stadt. Es hat viele Arbeitstätige, die mit dem Fahrrad in die Stadt fahren. Wir halten uns an sie. Die Rhein-Radweg Markierungen verlieren wir rasch, viel zu schnell sind wir unterwegs. Ein paar hundert Meter auf die Strasse, dann hat es rechts bereits wieder einen breiten Radweg und wir finden uns wieder auf einem wunderbaren Dammweg, weit weg von jeder Strasse. So einfach? Ja.

Noch duzende Kilometer später sind wir in den Vororten von Düsseldorf, doch den Radweg haben wir sicher gefunden. Zuerst folgen einige riesige Gartenbau Produktionsanlagen: so viele Topfpflanzen in Reih und Glied. Schon bald staunen wir über die Natur. Bis Leverkusen fahren wir mehrheitlich durch Auen. Dort nehmen wir die Fähre und fragen uns später, ob das ein Fehler war. Es wird industriell, wir müssen Hafenanlagen queren und finden uns auf grossen Strassen wieder. Eins wird klar: der Rheinradweg ist keine einfache Radtour. Es ist natürlich nicht verboten, die Karte zu benutzen und sich gut auf den Tagesabschnitt vorzubereiten. Wir sind (etwas fahrlässig) quasi ohne Karte unterwegs.

In Köln wohnen wir in unmittelbarer Nähe des Doms direkt am Rhein in einem uralten Haus. Für die Fahrräder ist kein Platz, wir bringen sie in die bewachte Radstation am Hauptbahnhof. Dort werden wir sofort als Schweizer entlarvt. Wegen der Sprache? Vermutliche wegen der Fahrräder. Der Herr ist nicht gesprächig, wir werden es nicht erfahren.

Den Nachmittag verbringen wir mit Shopping und dem Besuch im Dom. Drei Läden müssen wir unbedingt besuchen. Doch bei dieser Hitze ist das (zu) anstrengend. Überhaupt fragen wir uns, ob Radtouren und Städtereisen eine ideale Kombination darstellen. Meist sind die Beine einfach zu müde für lange Spaziergänge.

Blick in die Weite
Blick in die Höhe

Boxmeer (NL) – Düsseldorf (DE): endlich am Rhein

Zu Gunsten des Nationalparks Maas Dünen haben wir entschieden, auf dem direktesten Weg in Richtung Düsseldorf zu fahren und den „Umweg“ entlang dem Rhein durch das Ruhrgebiet weg zu lassen. Der Start in Boxmeer ist wieder ganz früh. Diesmal hat das Hotel ein einfaches Frühstück vor der Zimmertüre deponiert. Zum Müesli gibts jetzt noch Joghurt und Kaffee.

Auf den ersten Kilometern nehmen wir Abschied von der Maas. Die Fähre fährt erst in einer guten Stunde, macht nichts, es gibt eine Brücke die wir ohne Umweg nehmen können. Der Nationlpark Maas Dünen liegt direkt an der Grenze zu Deutschland. Wanderungen und Radrouten versprechen besondere Einblicke in diese einzigartige Landschaft.

Bei Lingsfort reisen wir nach Deutschland ein. Mit Strälen folgt gleich eine wunderbare kleine Stadt, die uns staunen lässt. Wir finden dort eine Bäckerei, in der wir Kaffee und Kuchen geniessen, genau richtig nach einem frühen Frühstück. Es ist Sonntag und alle hier Lebenden scheinen frische Brötchen zu kaufen.

Die Landschaft ist weiterhin flach. Wir erreichen Krefeld und müssen einen Weg durch die Stadt finden. Gar nicht so einfach. Irritierend ist, dass viele Radwege bezeichnet sind, nur nach Düsseldorf scheint man von hier aus nicht zu fahren. Noch Kilometer hinter Krefeld gibt es keine Wegweiser nach Düsseldorf. Liegen wir mit unserer Route komplett falsch? Schliesslich nehmen wir die Fähre in Langst-Kierst. Der einzige Weg, der auf den Radwegen markiert ist. Eigentlich wollten wir über die Autobahnbrücke, doch das einfädeln auf die Fahrradspur finden wir nicht.

Endlich am Rhein! In Kaiserwerth gibts erst mal eine Pause im Biergarten. Dazu erleben wir einen Live-Krimi. Im Rhein wird eine Person vermisst. Die Polizei und die Feuerwehr suchen mit Helikopter und Grossaufgebot. Später fährt das Rettungsboot das Ufer ab und fordert alle Badenden auf, den Rhein sofort zu verlassen. Er ist kein Badesee. Wegen der Hitze geniessen heute unzählige Personen den Sonntag am Wasser.

Das Hotel in der Nähe der Messe wartet mit einer besonderen Überraschung auf uns. In der Nacht ruft der Waldkauz aus den Bäumen!

Gorinchem – Boxmeer: die unendliche Ebene

Inzwischen rollt eine Hitzewelle über grosse Teile Europas. Es sind Temperaturen weit über 30 Grad angesagt und wir sind mitten drin. Unser Wecker läutet um 5 Uhr 30. Frühstück gibts im Hotelzimmer: Müesli mit Orangensaft und einer Frucht. Wir starten vor Sonnenaufgang und sind bereits auf dem Radweg unterwegs, als die ersten Sonnenstrahlen auftauchen. Links und rechts vom Dammweg hoppeln Hasen durch die Wiesen, wir beobachten Fasane (!) und freuen uns über die kühle Morgenluft.

Bei Zaltbommel überqueren wir den Waal und kehren an die Maas zurück. Auch heute verbringen wir einen langen Teil der Tagesetappe auf dem Maas Radweg. Es hat sehr viele Radfahrer unterwegs. In kleinen und grossen Gruppen kurven sie durch die niederländischen Ebenen. Es ist flach weit und breit ist keine Erhebung in Sicht. Je näher wir zur Grenze kommen, desto häufiger wird deutsch gesprochen.

Für die letzten Kilometer brauchen wir lange – die Hitze bremst uns richtig gehend aus. Anfangs Nachmittag erreichen wir die Unterkunft in Boxmeer.

Früh Morgens am Waal
Pause unter der Windmühle

Oostvoorne – Gorinchem: an der Maas

Wir entscheiden uns, auf die Fähre nach Hoek van Holland zu verzichten. Der Rheinradweg würde streng genommen in Hoek von Holland starten. Wir möchten heute vorwärts kommen, das gute Wetter mit den warmen Temperaturen ausnutzen um einige Kilometer zu machen. Es scheint uns einfacher, dies auf der südlichen Seite der alten Maas zu tun und Rotterdam zu umfahren. Zudem reizt uns der Nationalpark de Biesbosch, für den wir gerne Zeit einberechnen.

Die ausgezeichneten Radwege führen uns rasch ins Nachbardorf, dann über Felder entlang von Kanälen und rein in die landwirtschaftlich intensiv genutzte Fläche. In Spijkenisse überqueren wir die alte Maas. Kaum sind wir auf der anderen Seite geht ein unheimlicher Alaram los. Die Autos halten an und die Brücke wird hochgezogen. Es dauert einige Minuten, bis ein grosser Meerfrachter in Sichtweite kommt. Ihn werden wir die nächsten Stunden verfolgen.

Nun sind wir auf dem Maas-Radweg gelandet. Wir wollten eigentlich auf den Rheinradweg! Um einfach an Rotterdam vorbei zu kommen scheint uns der Maasradweg eine ausgezeichnete Lösung. Er führt uns auf dem Damm durch die Auen und an vielen schönen Plätzen vorbei. In Dordrecht müssen wir uns wieder orientieren und beginnen (endlich) zu begreifen, wie das System mit den Kotenpunkten funktioniert. Es sind jeweils Punkte angegeben, die man als nächstes erreicht. Die Route plant man von Kotenpunkt zu Kotenpunkt und merkt sich die Reihenfolge der Zahlen. Im Gelände folgt man dann jeweils den Schildern zur nächsten Ziffer. Als wir es endlich begreifen, finden wir den Weg aus Dordrecht und zur Fähre in den Naitonalpark de Biebosch.

In der Zwischenzeit ist es drückend heiss geworden. Trotzdem wollen wir uns die Zeit für den Parkbesuch nehmen. Zudem entscheiden wir uns für den Insektenschutz-Spray – wohl ein fataler Fehler. Wir radeln entlang der schmalen Strassen durch den Nationalpark, spiegeln rechts und links und halten beim Nationalpark Museum. Jetzt merken wir uns die Kotenpunkte für unsere Parkdurchquerung und radeln weiter. Es gäbe soviel zu entdecken, allerdings müsste man früh morgens hier sein. Trotzdem hat sich der Umweg gelohnt. Abgesehen davon, dass wir wohl zuviel Sonne abbekommen.

In Werkendam nehmen wir das Fährschiff und realisieren, dass es nicht nur über den Fluss, sondern bis nach Gorinchem, unserem Etappenziel, fährt. Also bleiben wir auf dem Schiff und sparen uns die letzten 10 Kilometer. In Gorinchem sind wir dann endlich am Waal – wenigstens am Waal – wir haben uns damit abgefunden, dass es hier keinen Rhein gibt. Hier gibt es dann auch einen Ruhetag.

Vor den Toren Rotterdams