Ein Halleluja für zwei Velofahrer und andere Kuriositäten: Reno – Milford (Honey Lake)

Eigentlich beginnt dieser Tag wie einige vorher schon: Kaum aus der Stadt Reno draussen geht’s obsi. Der Hwy 395 ist in Reno unter dem Namen Virginia Road eine der beiden Hauptverkehrsachsen, so man den paar Autos denn Verkehr sagen will… Eine der grossen Kreuzungen ist mit der US Route 40, des ersten transkontinentalen Highways, der 1926 eingeweiht wurde. Zu diesem Anlass haben die Reno-er ihren ersten Triumphbogen aufgestellt und den noch heute gebräuchlichen Slogan geschaffen: „The biggest little City in the would“. Dank dieses einfach gestrickten Verkehrskoordinatensystems ist auch die Ausfahrt aus Reno einfach, eben abgesehen von den Hügeln – wir sind ja immer noch im „Basin and Range“ (was wir nach der langen Abfahrt dem Truckee River entlang schon fast vergessen hätten). Nur drei Dinge sind heute etwas anders: Erstens sind die Hügel kleiner dafür zahlreicher, was am Ende gleich müde Beine macht. Zweitens sind die auf der Karte angekündigten Seen alle ausgetrocknete Sandebenen oder Wiesen. Die Bäche vertrocknen also, bevor sie ihr Ziel erreichen. Und drittens hat es heute allerlei Kurioses am Wegesrand. Das beginnt bei den Ortsnamen. Da haben die Nevadanier (wir haben noch nicht herausgefunden, wie sich die Einwohner dieses Lanstrichs selber bezeichnen) ein ausgeprochenes Faible für Naheliegendes. Schon am Lake Tahoe haben wir uns darüber gewundert, dass man ein Dorf an der Grenze einfach schnurz „Stateline“ taufen kann. Die letzte Siedlung heute vor der CA-Grenze heisst Bordertown. Und nicht lange darauf (allerdings in CA) kommen wir an die Halleluja Junction. Religiöse Einrichtungen haben wir ausser der Tankstelle, wo die Auto- und Lastwagenfahrer den Benzingöttern ihre Opfer darbringen keine wahrgenommen. Oder wir haben nicht gecheckt, wie das mit den Gottheiten hier läuft. Denn nur wenige Meilen weiter kamen wir an den „Baum der Schuhe“, über dessen Bedeutung auch Einheimische nicht Auskunft geben konnten. Der Rest der heutigen Etappe bestand aus einem Glace, das mehrere Auftau-Wiedereinfrierzyklen hinter sich hatte in einem Ort namens Doyle (das wie das Glace seine besten Tage deutlich hinter sich hat), einem Platten an der Strasse zum Gefängnisort Herlong und der Ankunft am Campingplatz Honey Lake in Milford mit dem Auftritt einer/s gut gealterten Transvestiten mit etlichen Promillen in den Adern (wenn da überhaupt noch Blut vorhanden ist). Alles in allem: Stoff genug für einen Film von Emir Kusturica! 

Der ausgetrocknete White Lake
Der Glace-Place von heute Nachmittag

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