Im Regen gegen Norden: Long Creek – Ukiah – Pendleton

Song of the Day (Los Macizos de Ukiah, El Zip Code. Die Musiker stammen aus Ukiah, California. Der erste Postmaster in Ukiah, Oregon stammte aus jenem Ort und hat wohl der Einfachkeit halber den Ortsnamen beibehalten…)
Long Creek ist noch wie ausgestorben, als wir auf der nassen Strasse weiter fahren. Am Postoffice werfen wir noch eine Karte in den Briefkasten. Und weil die Tür schon um sieben Uhr offen steht, checken wir die Oeffnungszeiten – bisher war die Post am Samstag immer zu, aber vielleicht ist das auf dem Land anders. Kaum stehe ich auf der ersten Treppenstufe, schiesst die vor Neugier fast platzende Pöstlerin aus dem Büro und erkundigt sich nach unserem Befinden (how are you on this fantastic morning), woher wir seien und wie sie uns helfen könne. Natürlich sei heute geschlossen und natürlich könne sie uns ausnahmsweise drei weitere Briefmarken für Switzerland verkaufen und wie schön es doch in Sweden sei mit all den lovely mountains…..

Gut geduscht mit soviel frühmorgendlicher Nettikgkeit nehmen wir eine Etappe mit einigen happigen Aufstiegen in Angriff, doch die Beine sind durchtrainiert und wir können die frisch gewaschene Landschaft geniessen. Auf den rund 70 Kilometern gibt es genau eine Ortschaft (Tankstelle und drei Häuser) und wenig Verkehr. Wir beobachten Hirsche, oder die Hirsche uns? Oder alle Hirsche sind neugierige Pöstlerinnen?

Auf den letzten 10 Kilometern holt uns das Gewitter ein. Ein stürmischer Wind peitscht uns das Tal und die Schlucht hinauf und wir sind innert kürzester Zeit nass. In Ukiah fragen wir im Antler’s Inn nach einem Zimmer und bekommen einen Unterschlupf, der genauso gut ins Museum des letzten Jahrhunderts gepasst hätte.

Am nächsten Morgen teffen wir Jim. Er startet heute auf eine wöchige Velotour mit einer Gruppe. Wir frühstücken gemeinsam und erfahren einiges über das Leben in Oregon. Spannend!

Velofahrer beim Start zu einer wöchigen Tour

Nebenbei verstehe ich endlich, nachdem eine Matur und ein Geographiestudium keinen Aufschluss darüber gaben, was es heisst, im gemässigten Klima zu leben. Eingehüllt in Faserpelz, Regenjacke und Handschuhe beginnen wir den Tag. Noch vor wenigen Tagen mussten wir die Tagesetappen so planen, dass wir spätestens am Mittag am Ziel sind, da es am Nachmittag viel zu heiss war zum Velofahren. 

Dieser Tag beginnt mit dem Aufstieg auf den Battle Mountain. Hier fand die letzte Schlacht zwischen der Armee und den Indianern statt. Danach öffnet sich die Landschaft gegen Norden und der Föhrenwald geht in eine offene Wiese über. Die Hügel werden kleiner und irgendwo im Norden fliesst der Columbia River.

Blick gegen Norden

Die lange Abfahrt wird auch heute von einem kräftigen Wind gebremst. Und auch auf den heutigen rund 80 Kilometern kommen wir nur in einer Ortschaft vorbei, diesmal ist es ein grösserer Ort.

Dann erreichen wir Pendleton, wo wir zwei Ruhetag machen und in den Museen weitere Antworten auf unsere Fragen suchen werden.

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