Amesbury – Sherborne

Farbenfrohe Innenstadt von Salisbury

Die Karte der heutigen Etappe lässt zumindest für die ersten paar Kilometer auf ruhiges Genussradeln entlang einem Flüsschen hoffen. Das ist auch in der Realität mehr oder weniger so. Nach knapp 20 km erreichen wir Salisbury und sind wieder einmal überrascht über ein schmuckes, kleines Städtchen mit riesiger Kathedrale (diesmal mit hohem, spitzem Turm). In einem prächtigen Nebengebäude ist eine Kopie der Magna Carta ausgestellt – so eine Art Bundesbrief der Briten. Wir vertiefen uns in die Besichtigung, können dann auch etwas besser nachvollziehen, weshalb sich diese Inselbewohner nur ungern dreinreden lassen (die Magna Carta wird mit einem Video zeitgemäss gedeutet) und vergessen fast das weiterradeln. Doch zuerst müssen wir an zahlreichen Polizeiabsperrungen vorbei.  Die Giftgasanschläge vor wenigen Wochen sind noch allgegenwärtig.

Im bereits üblichen Auf und Ab geht es mehr oder weniger zügig weiter bis nach Shaftesbury. Das ist auch so ein hübsches Städtchen mit altem Kern, aber im Gegensatz zu den bisherigen steht es auf einem Hügel und nicht tief unten in einem Tal. Bei Aussicht geniessen wir ein Glace auf einem der wenigen schattigen Parkbänke. (Davon gibt es in diesem Land nur sehr wenige. Offensichtlich ist in einem normalen Sommer wenig Bedarf danach, d.h. in den wenigen regenfreien Stunden setzen sich die Leute lieber ganz an die Sonne….). Kurz vor unserem Tagesziel machen wir etwas unangenehm Bekanntschaft mit einem englischen Adligen (oder einem seiner Adlaten). Unser Routenplaner navigiert uns offensichtlich durch seinen Grundbesitz. Es gibt zwar einen Fussweg durch das Anwesen des „Sherborne Castle“, aber da müssten wir das Velo tragen (sic!). Für unsere Argumente punkto Umweg am Ende einer 80 km Etappe hat er absolut kein Musikgehör, lässt dann aber beim Wegfahren den Motor seines Land Rovers laut aufheulen… Der Umweg reduziert sich dann auf eine schwungvolle Abfahrt und schon bald sitzen wir hinter einem „Sierra Nevada“ im „Half Moon Inn“ beim Znacht und lauschen dem chaotischen Geläut einer weiteren Kathedrale (so ähnlich wie im Tessin die Kirchen läuten – nur ziemlich viel lauter) … und sind froh, dass dieses gegen 22 Uhr verstummt.

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