Zu Besuch in der Partisanen Republik Durmitor

Nun ja, der der Besuch dieses kurzlebigen, aber für die Befreiung von Jugoslawien eminent wichtigen Staatsgebildes, ist nicht der einzige Grund, heutzutage im Schweisse seines Angesichts nach Žabljak hochzuradeln. Doch dazu später.

Auf dem Friedhof von Žabljak verschmelzen die Kulturen. Der Partisanenstern ist allgegenwärtig.

Von Oktober 1941 bis Juni 1942 hat in dieser schwer zugänglichen Bergregion im Norden Montenegros eine Partisanenrepublik existiert. Nebst einem ersten Kongress der Widerstandskämpfer:innen (die AVNOJ – Vollversammlungen gabs erst später) hat Tito hier die Partisanen-Organisation formiert und unter anderem die Offensive an der Sutjeska geplant, welche dann das Ende der faschistischen Besetzung weiter Teile von ex-JU einläutete. Die Einwohner:innen der Republik Durmitor haben hierfür einen immensen Blutzoll bezahlt: Rund 2500 Partisan:innen verloren bei der Verteidigung das Leben. Ausserdem wurde das Dorf vollends zerstört. Auf dem Friedhof und im Wald rund um den schwarzen See sind die Denk- und Mahnmale allgegenwärtig, wenn auch mittlerweile nicht mehr so gepflegt, wie noch vor 20 Jahren bei meinem letzten Besuch. Auch hier verblassen die Erinnerungen…

Heute ist Žabljak einer jener Berg-Touristenorte, von denen es in Osteuropa zahlreiche gibt.
Einerseits wird mit dem Nationalpark Durmitor wird der Schutz der Natur gross geschrieben. Das wilde und weitläufige, auch heute noch nur spärlich besiedelte Gebiet bietet sich hervorragend als Schutzgebiet an (Montenegro ist diesbezüglich vorbildlich: 7.7% der Landesfläche stehen unter Schutz und der NP Biogradsko Gora ist der zweitälteste der Welt nach dem Yellowstone NP in den USA). Der Urwald rund um die zahlreichen glasklaren Seen ist nur eines der eindrücklichen Erlebnisse im Durmitor NP. Die wenigen Wanderwege sind in bekannter Manier markiert.
Andererseits führt der Tourismus zu einer grossflächigen Zersiedlung mit Ferienhäuschen und vereinzelten Hotelkomplexen. Noch wirkt das ganze beschaulich und sympathisch unfertig…

Am schwarzen See mit Blick auf den Bobotov Kuk, den höchsten Berg im Durmitor mit gut 2500 m
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