Ruhetag in Ridgecrest


Heute ist Museumstag. Es sind 40 Grad vorhergesagt und in Fahrenheit sehen die Zahlen nicht unbedingt angenehmer aus. Nach dem Frühstück und einem ausgiebigen Schwumm machen wir uns auf ins Maturango Museum, wo wir uns zur örtlichen Geologie (Bergbau und Geothermie), Flora (Joshua Trees), Fauna (Mountain Lions und anderes), Kultur (Felsgravuren!!) und Wirtschaft (Rüstungsindustrie) informieren. Dies alles in einem überschaubaren Raum, klein, aber fein. Sehenswert ist auch die Aussenanlage mit dem „Botanischen Garten“.

Und immer wieder suche ich die Unterschiede zwischen der Namib und der Mojaves Wüste. Man muss schon genau hinsehen, wenn man im üppigen grün von Mitteleuropa zivilisiert wurde. Der augenfälligste Unterschied ist, dass hier keine Antilopen, Zebras und Giraffen herum stehen. Der spührbare Unterschied ist, dass in Namibia jetzt Winter ist….


Felsgravur aus der Mojaves


Felsgravur aus dem Damaraland

PS: Falls ihr die Felsgravuren nicht sehr ähnlich findet, liegt dies in erster Linie an den Fotos (aufgrund der Lichtverhältnisse habe ich im Damaraland nur zwei Schnappschüsse gemacht). Unheimlich ist die Ähnlichkeit der Souvenirs!

Noch etwas einsamer – noch etwas heisser: Boron – Ridgecrest

Mit dem Sonnenaufgang beginnen wir unseren zweiten Tag in der Mojave. Mit den ersten Sonnenstrahlen radeln wir aus Boron hinaus. Auf den ersten 10 km bis zur Kramer Jct.überholt uns ein Güterzug  – einer kommt entgegen, beide unendlich lang. Damit ist das Vorurteil vom maroden US-Bahnsystem korrigiert. Zurück auf dem Hwy 395 wird es zunächst einsam. Es hat sehr wenig Verkehr, ok es ist sehr früher Sonntag Morgen. Gegen 10 Uhr erreichen wir Red Mountain. Es scheint, als hätten sich hier alle Messies von Kalifornien niedergelassen. Um die meisten Häuser herrscht ein Zustand zwischen Durcheinander und Abfallhalde. Nicht nur der Silver Dollar Saloon hat seine besten Zeiten augenscheinlich schon Jahre hinter sich, wenn es diese besseren Zeiten hier denn überhaupt je gab. Es gibt weder ein Restaurant, noch einen Laden oder eine Tankstelle. Etwas besser schaut Johannesburg einige Meilen weiter aus. Auch hier fragen wir uns, was die Leute tun und wovon sie leben. Irgendwo haben wir etwas von Bergbau gelesen – darauf deutet auch der Laden mit dem „Mining Supply“ hin. Sieht so „Gold Rush“ aus? Anyway: Nach zwei Flaschen Powerade nehmen wir die Abfahrt und den anschliessenden Aufstieg unter die Räder. Im Aufstieg spüren wir, wie sich die „high nineties“ aus dem Wetterbericht in der Wüste praktisch anfühlen.

Hesperia – Boron

Nun ist es also soweit: Der Adler hat unsere Velos auf den Asphalt der US Route 395 gestellt. Kurz nach Sonnenaufgang Pedalen wir los gegen Norden. Die Teperatur ist angenehm. Die Aussenquartiere von Victorville scheinen nagelneu und steril und wir fragen uns, wer denn her mitten in der Wüste in einem dieser reihenweisen Einfamilienhäuser wohnt. Etwas weiter macht die Siedlung einen deutlich ärmlicheren Eindruck. Mit den vielen im Wind flatternden Knistesäcken in den Zäunen erinnert die Szenerie entfernt an Albanien. Und dann ist für 50 km nichts mehr als Wüste rundherum. Den einzigen Schatten für eine Rast gibt kurz vor 8 an der Abzweigung nach Helendale eine grosse Werbetafel. Die nächste „Attraktion“ ist die Kramer Junction mit ihren Geschenkboutiquen (nebst mehreren Tankstellen und Restaurants). Um halb zwölf sind wir am Ziel. Mittlerweile hat es gegen 40 Grad: Siestatime!

Der Startpunkt

Der US Highway 395 hat seinen heutigen Startpunkt an der Kreuzung mit der historischen Route 66 (heute I15) in Hesperia. Nach dem Zusammensetzen der Velos führt uns die erste Testfahrt an den Startpunkt.

Wir begegnen der ersten Schlange: sie überquert 1 m vor meinem Vorderrad die Strasse! Dabei hat es hier viel Verkehr, 2 Autostunden von Las Vegas, 1 Autostunde von Down Town Los Angeles.

Check-in ist geschafft

Es war ein langer Tag und nicht alles ging so, wie wir es uns vorgestellt hatten. Aber schliesslich waren die Velos so zerlegt, dass sie in den Schachteln Platz fanden, die sensiblen Teile waren gepolstert, für alles ein Platz in einem der Gespäckstücke gefunden. Also los zum Flughafen: Veloschachtel 1 im Auto verstaut, Veloschachtel 2 oben drauf – der Kombi ist bis unters Dach voll. Jetz noch zwei Personen und zwei Gespäckstücke… Wir lösten das so, dass wir eine erste Fahrt mit den Velos machten und dann den Rest holten – man wohnt ja in der Nähe.

Eine Veloschachtel mit einem Gepäckwagen am Flughafen herum schieben ist ganz schön lustig. Man ist so breit, dass die Leute erschrecken, die einem entgegen kommen.

Und der Trick mit dem Mobility Auto ist hervorragend. Der Mobility Standplatz ist direkt nebem dem Check-In drei. Man muss nur ein paar Schritte gehen und hat einen gratis Parkplatz!