Die grossen Fluten der Eiszeiten: Lyons Ferry – Sprague – Davenport

Song of the Day (Luke Bryant, Harvest Time)

Der Eisschild, der während der letzten Eiszeit einen grossen Teil von Nordamerika bedeckte (Kordilleren Eisschild), ging in die Vereisung der Rocky Mountains über und versperrte dem Schmelzwasser der südlichen Rockys den Abfluss, wodurch sich riesige Inlandseen bildeten. Der grösste dieser Seen war der Missoula See (heutiges Montana). Da die Dichte von Eis geringer ist, als die Dichte von Wasser (Dichteanomalie von Wasser:  Wasser erreicht bei Normaldruck mit 3.98 Grad Celsius die höchste Dichte), schwimmt das Eis auf dem Wasser, respektive der Eisdamm, der das Wasser zurück hält beginnt zu schwimmen, sobald der Wasserstand 9/10 der Höhe des Eisdamms erreicht hat. Dieser Vorgang tritt nicht ein, wenn der Eisdamm am Untergrund festgefroren ist.

Gewaltige Wassermassen wurden mit einem Schlag freigesetzt, als der Eisdamm zu Schwimmen begann. Davon zeugt die bizarre Landschaft, die wir hier antreffen. Sie ist von tiefen Furchen durchzogen. Schluchten und Canyons aus nacktem Fels zeugen von einer Katastrophe, die sich zum Ende der letzten Eiszeit, vor etwa 16.000 Tausend Jahren, zugetragen hat – eine Megaflut überrollte weite Teile des Nordwesten der USA.

Die Flut riss alles mit sich und verwüstete innert weniger Stunden das gesamte Land bis zum Pazifik, wo die Ablagerungen bis 2000 km von der Küste die Kraft des Ereignisses untermauern. Nach der Flut blieb weitgegend nackter Fels, der gesamte Boden und die Lebewesen wurden weggespült. Bis sich der See wieder füllte und seinen Eisdamm wieder anhob, bis zu 40 mal am Ende der letzten Eiszeit.

Durch diese Landschaft radeln wir seit vier Tagen. Vom Durchbruch des Columbia Rivers am Wallula Gap und den Wasserfällen (Palouse Falls) haben wir schon berichtet. Prägend sind zudem die fruchtbaren Lösshügel mit ihren endlos erscheinenden Getreidefeldern. Und die vielen Wellen im Gelände, tiefen Furchen der Canyons und die fehlende Struktur von Flussläufen, denen man folgen könnte um zuviel Höhendifferenz zu vermeiden.

Heute wurden wir zusätzlich von einem stürmischen Gegenwind ausgebremst. Er führte dazu, dass wir in Davenport im Motel Black Bear Unterschlupf suchten und wiedereinmal von einem unglaublich liebvoll gestalteten, einfachen Motel überrascht werden.

Ankunft im Black Bear in Davenport WA
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