Zum Mittelpunkt Europas: Sighetu Marmatiei (RO) – Jassinija (UA)

81.1 km

Die letzten fünf Nächte haben wir in fünf verschiedenen Ländern verbracht: CH, AT, HU, UA, RO. Zeit, dass etwas Kontinuität in diese Reise kommt.

Das Hotel hat uns einen Voucher für das Frühstück abgegeben, wir entscheiden uns für einen Kaffee und Müesli mit frischen Früchten auf dem Balkon des Zimmers. Vor der Kaffeemaschine gesellt sich Luzia zu uns. Wir haben sie am Bahnhof in Debrecen (HU) beim Umsteigen kennen gelernt. Sie macht eine Reise durch Rumänien mit öffentlichen Verkehrsmitteln und hat in den letzten zwei Tagen schon viele Eindrücke gesammelt.

Dann geht es los, jedenfalls bis zum Laden auf der anderen Strassenseite: wir kaufen Wasser, fast das wichtigste beim Velofahren. Kurz danach stehen wir wieder an der EU Aussengrenze. Die Ausreise aus Rumänien verläuft zügig, dann geht’s über die Brücke. Wieder halten sich zahlreiche Menschen auf hier. Die Frage der Zollbeamten nach Zigaretten bekommt eine Bedeutung. Bei der Einreise in die Ukraine stellt der erste Beamte einen Zettel aus mit einer Zahl drauf. Sie betrifft die Grösse der Reisegruppe, heute steht eine 3 drauf!?! Die Frau hinter uns ist gleichfalls erstaunt, dass sie mit zwei dahergeradelten Fremden zusammen gehören soll. Sie nimmt uns die Pässe ab (!), nach kurzer Gegenwehr, und stellt sich bestimmt in die Reihe, zeigt unsere Pässe (wir stehen abseits und warten) und händigt uns die gestempelten roten Büchlein wieder aus. Wir bedanken uns, sie nimmt ihre Tasche unter den Arm und geht bestimmt des Weges. So geht das.

Der Tag ist geprägt von einer erstaunlich guten Strasse entlang des Oberlaufs der Theiss. Der Fluss ist zuerst noch breit und reissend. Entlang der Grenze ist am Strassenrand durchgehend Stacheldraht verlegt und alle paar hundert Meter steht oder geht ein Soldat. Dann kommen wir am geographischen Mittelpunkt von Europa vorbei! Wir erreichen Rakhiv und machen eine Pause. Nachdem das erste Café kein WC hatte, halten wir ausgangs Stadt nachmals an und trinken noch eine Kaffee.

Kurz nach dem Ort verzweigen die weisse und schwarze Theiss. Wir folgen der schwarzen Theiss, mehr und mehr ein Bergbach. Überall wo Autos am Strassenrand (oder ganz einfach mitten in der Strasse) halten, gibt es etwas Sehenswertes: zum Beispiel eindrucksvolle Wasserfälle. Es geht Stufe um Stufe aufwärts, bis wir Jassinija und das altehrwürdige Hotel Edelweiss erreichen. In diesem grossen, mehrstöckigen Blockhaus beziehen wir ein einfaches, gemütliches Zimmer.

Am geographischen Mittelpunkt Europas – vorne die Inschrift aus der KuK-Monarchie, hinten jene aus der UdSSR.

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