Fertig Schluchten – Ebene!

Die Brücke mitten in Zvornik können wir nicht als Grenzübergang benützen. Dieser Grenzübergang ist für die Einheimischen reserviert, wie uns der bosnische Zöllner in bestem Englisch erklärt. Einige Kilometer weiter flussabwärts klappt es dann. Wir schlängeln uns auf beiden Seiten der Grenze durch einen riesigen Lastwagen-Stau.

In Zvornik ist schon früh am Morgen viel los

Der heutige Tag ist dem Besuch jener Gegend gewidmet, in der Rio Tinto eine Lithium-Mine errichten möchte und in der die Umweltbewegung „ne damo Jadar“ (wir geben das Jadartal nicht her) aktiv ist. Bevor wir in die Entlebuch-ähnliche Gegend abzweigen machen wir in der Fussgängerzone von Loznica Pause bei einer Limonada (frisch gepresster Zitronensaft mit viel Wasser und etwas Zucker – ein perfekter, balkanischer Durstlöscher) und Baklava.

Die Fussgängerzone von Loznica besteht zum grossen Teil aus Gartenrestaurants

Oben in Gornije Nedelice angekommen sehen wir dann leider gar nichts von der geplanten Mine. Waren die Aktivist:innen schon so erfolgreich? Überall stehen propere Häuser, bei denen jeweils nicht so klar wird, ob es Wochenendhäuser oder schön hergerichtete Bauernhäuser oder beides sind. Auffallend sind die überall frisch asphaltierten Strassen, selbst bis zur kleinsten Hofeinfahrt.

Wir radeln weiter, zuerst das Jadar-Tal runter und dann wieder im Tal der Drina auf einem kleinen Strässchen, das wir wohl ohne Navi nie gefunden hätten…. Später dann auf einer grossen Strasse, auf der kurz vor der Grenze wiederum ein Lastwagen-Durcheinander herrscht. Und so ganz nebenbei sind wir aus den Schluchten in die Ebenen von Senderija und Srem gelangt.

Wenige Kilometer nach der Grenze kommen wir ans heutige Ziel, das Etno Selo Stanišić. Hier hat ein Vermögender in Ballenberg-Manier alte Häuser aus Bosnien in einer Art Dorf zusammengestellt, einen Teich und mehrere Hotels und Restaurants in bosnischem Stil dazugebaut und damit eine Art Gesamt-„Kunstwerk“ geschaffen. Inkl. Kirche, Kloster etc. Hätten wir es nicht selber gesehen, wir würden es nicht glauben, dass es so etwas gibt! Ausserdem wird hier wie schon in Andrićgrad alles so dargestellt, als gäbe es nur serbische Kultur in Bosnien.

Blick über das etno selo – vorne ein altes Holzhaus, hinten die Hotel-Türme

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