An den Fuss der Fruška Gora

Die schwarzen und weissen Schwäne sind schon wach, als wir das Frühstück suchen. Folgt man dem Schild ‚Breakfasthall‘ steht man in einem zu gross geratenen Abstellraum für Tische und noble Stühle. Es sieht aus, als ob hier die Möbel auf die nächste Hochzeitsfeier warten. Heute gibt es ein Frühstücksbuffet. Im Gegensatz zur Hotelanlage fällt es nicht üppig aus, aber wir finden Nahrhaftes, um unseren Kalorienbedarf zu decken. Der Saft kommt aus der Maschine und schmeckt künstlich, der Kaffee ist leider nicht trinkbar. Bei manchen Maschinen könnte man sich die Mühe sparen, den Knopf zu drücken.

Bald darauf rollen wir in die Ebene hinaus, vermeiden die Nähe zu Bijeljina. Trotzdem hat es erstaunlich viel Verkehr und erstaunlich viele Dörfer. Die Gegend ist sehr dicht besiedelt. Der Pirol singt, wie fast jeden Morgen in dieser Woche an der Drina. An der Grenze warten bereits Dutzende Fahrzeuge und ebensoviele Lastwagen. Wir fahren vorbei und werden sofort zum Schalter für Busreisende gewinkt. Das gibt den Stempel Nummer sechs von Bosnien in fünf Tagen. Dann dürfen wir ausreisen und die Sava überqueren.

Die Sava nördlich von Bijeljina

Die Strasse ist nicht so gut, es windet ziemlich stark und von der Fruška Gora, unserem Tagesziel ist noch nichts zu sehen. Wenn man aus den Bergen kommt, erwartet man in der Ebene eine einfache Etappe. Diese ist uns heute vergönnt. Es ist Zeit für eine Pause. Christian geht in den Laden und kommt mit einer vielversprechenden Packung Guetsli wieder raus. Nach dem zweiten Biss bekommen sie den Übernamen „Sandstürmli“. Wir kommen in Sremska Mitrovica vorbei und machen unter einer grossen Kastanie Rast. Dann verlassen wir die Stadt im Norden, queren die Autobahn und realisieren, dass die Strasse ansteigt. Wir nähern uns den Bergen. Es ist heiss, staubig und streng. Das Wasser aus der Flasche ist wärmer als der Körper, ein klares Zeichen dafür, dass es keine einfache Etappe sein kann unter den heutigen Bedingungen. In Stejanovci trinken wir Limunada mit viel Eis. Zwischen zwei Dörfern nehmen wir die Abkürzung auf einen sandigen Feldweg. Der Feldhase flüchtet.

Dann plötzlich gibt es eine ‚Bodenwelle‘ und man ist im Aufstieg des Bergfusses angekommen. Vrdnik und Thermalquelle: wir kommen! In einem luxuriösen Hotel quartieren wir uns ein und sprudeln im Thermalwasser. Für das schicke Restaurant reicht unsere Garderobe nicht. Wir essen im Dorf.

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