Pasco strahlt ein südländisches Flair aus, das wir im nördlichsten US-Bundesstaat unserer Reise entlang des Hwy395 so nicht erwartet haben. Das liegt sicher daran, dass im Stadtzentrum fast alle Geschäfte spanisch beschriftet sind, überall spanisch gesprochen wird und aus allen Lautsprechern schon um halb acht in der Früh mexikanische Mariachi Musik ertönt. Sind die Aufräumarbeiter auf dem Atomwaffengelände mehrheitlich Einwanderer aus Mittelamerika?
Unser Plan ist, den einige Meilen ausserhalb von Pasco beginnenden „Columbia Plateau Trail“ zu nehmen. Es st ein u.a. als Veloweg auf altem Bahntrasse angepriesener State Park. Die ersten und letzten je ca 20 Meilen (von insgesamt ca. 130) sollen bereits ausgebaut sein. Wir finden das Trasse tatsächlich unten am Snake River in wunderschönen Basalt und Löss-Steilwänden. Nach ca 10 km geben wir aber das Vorhaben auf – zu grob sind die Steine auf diesem „Veloweg“ – und kehren nach extrem steilem Aufstieg wieder auf die Hauptstrasse zurück.
auf dem ehemaligen Bahntrassee – mit befahrbarer UnterlageWir sind uns ja bezüglich Abgeschiedenheit und Einsamkeit und Distanzen zwischen zwei Orten mittlerweile Einiges gewohnt, aber diese Etappe lehrt uns nochmals wie gross und verlassen des Westen sein kann, auch wenn die Landkarte einen etwas anderen Eindruck erweckt. 55 km nach Pasco kommen wir (abgesehen von ca. Einem Dutzen Farmen/Ranches) zu einem einsamen Schulhäusch oben auf einem Hügel. Daneben hat es noch eine Garage mit 3 Toren, wohl für die Schulbusse und eine Tankstelle, wohl auch für die Schulbusse. Und die Strasse ist gesäumt von Warntafel und -leuchten. Ein ganz schöner Aufwand für das ca Dutzend Schüler, die hier Platz haben und die 2 Autos pro Stunde, die hier vorbeikommen. Dann bei km 87.5 das erste Dorf, in dem wir nach einigem Suchen das Restaurant „Farmers Daughter“ finden. Wir haben mittlerweile ordentlich Durst und die Wirtin stellt uns grosszügig Eistee hin. Ausser uns kommt noch eine Frau vorbei zum Händewaschen (sonst hat sie nichts konsumiert). Das Dorf scheint ansonsten ausgestorben und zeigt erste Züge einer ghost town. Weiter geht es durch die sanft gewellte Hügellandschaft – die absolvierten Höhenmeter haben sich mittlerweile zu einer veritablen Bergetappe summiert. Vom Tagesziel Lyons Ferry am Snake River ist auch 20 km später noch weit und breit nichts zu sehen, dafür kommt noch eine Abfahrt in einen Canyon und der entsprechende Gegenanstieg… Endlich, bei km 125, nach siebeneinhalb Stunden im Sattel und zwei Platten kommen wir an den Snake River und auf der gegenüberliegenden Seite der eindrücklichen Brücke an den lange ersehnten Campingplatz. Der ist wirklich die einzige Uebernachtungsgelegenheit im Umkreis von über 100 km! Gleich nebenan ist die Joso-Bridge, die 1914 bei der Einweihung die höchste und längste Eisenbahnbrücke der Welt war. In 24 Stunden haben wir aber erst zwei Züge gesehen.
Hügel – Canyon – Hügel…
Auch wenn der Campingplatz und der angeschlossene Bootshafen eine minimale Geschäftigkeit ausstrahlen und sogar eine zweite Strassenbrücke über den Snake River in Sichtweite liegen – auch diese Region scheint weitgehend menschenleer. Auf dem Brückengestell nistet ein Paar Fischadler, im State Park treffen wir neben der Reinigungsfrau zwei menschliche Badende und etwa ein Dutzend Gänse. Die wirkliche Sehenswürdigkeit, die Palouse Falls (ein Wasserfall von 60 m Höhe – das letzte, was man in dieser Gegend erwarten würde), lassen wir angesichts der Distanzen und Höhenmeter bleiben und geniessen das kühle Bier im Schatten der Cottonwoods… Die gestrige Etappe hat uns wieder einmal vor Augen geführt, wie gross oder klein unser Aktionsradius ist, wenn wir mit eigener Muskelkraft unterwegs sind.
Nein, es wird uns wirklich nicht langweilig auf unserer Tour von Süd nach Nord durch den Westen der USA! Der heutige Tag hielt als erste Ueberraschung eine zunächst ziemlich schweisstreibende Fahrt durch die endlos scheinenden Bodenwellen des „Palouse Loess Contry“ bereit, die mit einer gemütlichen 30km Abfahrt durch einen der tiefen Einschnitte garniert war. Wäre diese Gegend grün und etwas kleinteiliger strukturiert – sie ginge glatt als Auenland im Herr der Ringe durch… Ich stelle mir vor, dass sich die Farmer mit ihren grossen Feldern und dem umfangreichen Maschinenpark manchmal etwas kleiner fühlen, so wie die Hobbits. Je weiter nördlich wir kamen, desto vielfältiger wurden die Ackerfrüchte auf den bewässerten Feldern. Zum Schluss gab es Lavendel und Kümmel. Und von diesen Feldern aus erblickten wir den zweitgrössten Fluss Nordamerikas – den Columbia River. Er erscheint als unwirkliches blaues Wasserband in der sonst trockenen, immer noch semi-ariden Landschaft.
Riesige Getreidefelder im Palouse Loess Contry nörlich von Pendleton
Also nichts wie runter und dort auf dem Highway 730 (Derzeit höchste Nummer im US-Highway System . Die heutige Route entspricht dem Verlauf des Hwy 395 bis Ende der 1970er Jahre) und dort nach Nordosten in den Rückenwind (:-)) abbiegen! Und nach zwei, drei Meilen folgt das nächste Spektakel: Der Wallulla Gap. Ein absolutes Highlight für Fans der letzten Eiszeit bzw. der Missoula-Floods. Wir lassen das Sinnieren über die Wassermengen, die damals hier mit Höchstgeschwindigkeit durch das Engnis gedrückt wurden und geniessen das Schluchterlebnis. Die Szenerie mutet uns an wie eine XXXL-Ausgabe des eisernen Tors an der Donau (zwischen Serbien und Rumänien), hier einfach auf einer nahezu steigungsfreien Strasse.
Wallulla gap
Die restlichen 20 km bis Pasco sind zum Abhaken. Wir biegen auf den Hwy 12 ab, der hat viel Verkehr. Bald kommen wir in die Industriezonen der „Tri-Cities“ (Pasco, Kennewick und Richland sind zu einer Grossstadt mit ca. 200’000 Einwohnern zusammengewachsen). Es muss eine rechte Boomregion sein. Zwischen Niemandsland und Industriezone steht ein Einfamilienhausquartier aus der Retorte und dann wieder nichts. Wo die Leute arbeiten? Die meisten Arbeitsplätze soll es im „Hanford-Site“ geben. Das ist der Ort, in dem seit 1942 Plutonium für die Atomwaffen angereichert wurde, unter anderem auch für jene Bombe, die über Nagasaki abgeworfen wurde. Heute und bis 2065 soll das Gelände aufgeräumt und bereinigt werden. Ein weiteres unrühmliches Mahnmal der US-Geschichte am Hwy 395. Uebrigens: gleich neben Pendleton war bis 2012 eines der grössten Chemiwaffendepots der US-Army.
Seit wir nach Burns kamen, stellten wir uns immer wieder die Frage, wovon die Leute in dieser abgeschiedenen Gegend leben. Zwischen etwas nach Reno und Burns war es klar, da gab es ja ausser vereinzelten Ranches gar nichts. Aber nachher wurden die Siedlungen etwas grösser. Dass sie ihre besten Tage deutlich sichtbar hinter sich (oder gar nie) hatten, haben wir schon geschrieben. Doch dass der ganze Landstrich der Blue Mountains von etwa 350 auf 350 km derart heruntergekommen erscheint, hätten wir doch nicht erwartet. Mit der Zeit bekamen wir die eine oder andere Antwort auf unsere Frage. Die Holzwirtschaft blühte bis Anfangs der 1990er Jahre. Zwischen Burns und Seneca liegt entlang vom Hwy 395 das Gebiet mit dem grössten von der US-Regierung je getätigten Holznutzungsverkauf. Er war an die Auflage gebunden, eine Eisenbahn zu bauen, die von ca 1920 bis Mitte der 1980er Jahre in Betrieb war. Aber als alle Bäume gefällt waren, gab’s nichts mehr zu holen. Über die Goldgräbersiedlungen haben wir schon geschrieben. Mitchell lebt wohl im Wesentlichen von den paar Touristen, die in die Painted Hills kommen. Nordöstlich davon wird das Land laufend grüner und die Bauernhöfe zahlreicher. Doch Emmentalstimmung kommt nicht auf – jeder dritte Bauer hat eine Art Privatautofriedhof auf seinem. Wahrscheinlich meinten diese Bauern einmal, mit dem Verkauf von Altmetall ein Zusatzgeschäft zu machen. Jetzt haben sie wohl vor allem den verseuchten Boden…. Am schlimmsten war dieser Eindruck in Monument. Hier scheinen mehr als drei Viertel der Leute in mehr oder weniger mobilen Wohnwagen zu leben. Weil es in dieser Gegend selten regnet (ausser als wir da waren…), lagern viele Leute einen Teil ihres Hausrats nicht gerade strukturiert im Vor- oder Hintergarten. Long Creek war deshalb besser, weil es ein richtiges Restaurant und nicht nur einen „Wagorant“ (ein zur Burgerbraterei umfunktionierter Wohnwagen) gab. Dort haben wir von Rahel und Peter erfahren, dass man auch mit gegen 0 strebendem Einkommen ein Haus erstehen kann. Was die beiden damit alles erlebt haben, kann man nachlesen unter http://hashtonealley.mymusicstream.com/home. Vieles in den Blue Mountains erinnert an die abgelegenen Täler in den Karpaten in Rumänien oder der Slowakei. Zum Beispiel die aus alten Pneus gefertigten Blumentöpfe oder die ab und zu knallig bemalten Gebäudeteile. Der Tankstellenladenpostoffice-Chef in Dale (wir haben nur 3 Behausungen gesehen, wahrscheinlich hats im Wald noch mehr…), hat mich jedenfalls wie eine Furie angefahren, als ich mein Velo an eine Säule der Tankstelle stellte. Er hätte die erst gestern frisch gestrichen. Innen war dann definitiv eine Kopie eines Lebensmittelladens in einem abgelegenen Dorf in Rumänien: Von jedem Artikel gab es 1 bis drei Stück zu kaufen. Einzig das Biergestell war ordentlich gefüllt…. Der Eindruck , dass die ganze Region auf dem Entwicklungsstand gleich nach der Ankunft der ersten Siedler steckenblieb, bestätigte sich in Ukiah. Auch hier kein Händiempfang, dafür ein WiFi fürs ganze Dorf. Das Passwort kostete 5 $ und zum Eintippen musste ich das Händi der Tochter der Hotelinhaberin abgeben. Beim Frühstück hat uns Jim bestätigt, dass in dieser Gegend viele Leute ganz oder teilweise arbeitslos seien und von „governent payments“ und sonst der Hand in den Mund leben. Die Jagd sei z.B. überlebenswichtig hier für die Leute. Mit den Bildern einer einmalig eindrücklichen Landschaft und diesen Fragen rollten wir die 60 km (kein Tippfehler) runter nach Pendleton und hofften in diesem „Unterhaltungszentrum“ von Ostoregon auf einige Antworten auf unsere Fragen.
Pendleton ist mit gut 15’000 Einwohnern die grösste Stadt am Hwy 395 seit Reno (von dort sind wir etwa vor drei Wochen abgefahren). Schon bei der Einfahrt merken wir, dass hier die Uhren anders ticken – in Pendleton wird schliesslich eines der 4 grössten Rodeos der USA ausgetragen. Es gibt Rotlichter, Betonbrücken unter dem Interstate hindurch und jede Menge Hotels und Restaurants! Als erstes besuchten wir das Kulturzentrum im nahe gelegenen Indianerreservat. In einer grossartig angelegten Ausstellung erfuhren wir vieles über die „Natives“ dieser Region in den letzten 300 Jahren. Am Nachmittag machten wir uns auf zu einer Tour in den Underground von Pendleton. Wir wussten ja nicht so recht, was da auf uns zukommt. Diese Führung war echt der Hammer. Eine ehemalige Lehrerin (und Schauspielerin im lokalen Theater) schilderte sehr lebhaft, was ein Cowboy durchmachte, wenn er nach einem Jahr Schafe oder Kühe hüten wieder einmal in die Stadt kam. Das war die perfekte Ergänzung aus dem realen Leben zu den Schilderungen über Pete French vor einigen Tagen. Erste Station war der Saloon im Untergrund, wo er einige Drinks zu sich nahm und vom Barkeeper um einen wesentlichen Teil seines in Goldstaub ausbezahlten Lohns gebracht wurde (wie das genau vor sich ging, lässt sich nicht in wenigen Worten beschreiben, aber ich weiss jetzt, weshalb in jedem Western der Barkeeper dauernd die Theke poliert). Dann ging es zum Bad und in die Wäscherei, die von Chinesen betrieben wurde. Das erste Bad am Tag kostete 10 Cents – nachher würde es immer billiger, schliesslich hatte man ja keine Zeit, das warme Badewasser für jeden Kunden auszutauschen…. (Alles im Untergrund und weitgehend original erhalten). Die dritte Station war dann das Bordell. Davon hat es in Pendleton bis 1957 18 Stück gegeben. Erkenntlich waren sie an den geschwungenen Fenstern im ersten Obergeschoss. Eines dieser „Working Girls Hotels“ ist noch weitgehend im Originalszustand erhalten. Es wurde von Miss Stella betrieben, die sehr fürsorglich zu ihren Girls schaute. Als der Methodistenpfarrer 1957 den Bürgermeister mit einer Liste der Freier erpresste, die Bordelle über Nacht zu schliessen, hat sie es mit einer List geschafft, ihres unauffällig weiterzubertreiben, bis sie 1967 starb. Das Gebäude blieb dann bis 1995 unberührt und konnte von den „Underground Tours“ übernommen werden. Miss Stella wird nachgesagt, dass sie das soziale Gewissen der Stadt gewesen sei und sie hat es zu einer Statue an der Mainstreet gebracht. Eine Puffmutter als Stadtberühmtheit – wahrscheinlich nicht nach dem Geschmack des Methodistenpfarrers von 1957…
Miss Stella vor dem Eingang ihrer „cozy rooms“
Zurück zum Underground. Pendletons Altstadt ist durchzogen von Tunnels, die verschiedenen Zwecken dienten. Gebaut wurden sie von den chinesischen Einwanderern. Ihnen dienten die Tunnels und Räume auch als Wohnstätte. Am Tageslicht waren sie von der weissen Bevölkerung nicht erwünscht. Sie arbeiteten beim Eisenbahnbau und übten ganz bestimmte Berufe aus, wie zB der oben erwähnte Bader und Wäscher. Im Underground gab es auch Bars und Spielstätten zur Zeit des Alkoholverbots (prohibition) und vieles mehr. Alles in allem eine komplett andere Welt als in den letzten rund 8 Tagen in den Blue Mountains!
Das Bad für Cowboys
Das Museum der historical Society des Umatilla County ist das pure Gegenteil zu jenem in Burns. Attraktiv aufgemacht werden die einzelnen Puzzleteile der Geschichte zusammengefügt. Die Puzzleteile sind die verschiedenen Ethnien, die hier leben: nebst den Indianern die Basken, die Portugiesen, die Hispanics etc. Die Gegend hier war eine wichtige Etappe auf dem Oregon Trail, auf welchem die frühen Siedler unter grössten Strapazen auf Ochsenwagen ihren gesamten Hausrat nach Westen schafften (wenn man selber unter Einsatz der eigenen Muskelkraft hier ankam, bekommt man Hühnerhaut beim Lesen der Reiseberichte). Der entbehrungsreichen Reise der frühen Siedler ist ein rechter Teil des Museums gewidmet. Was wir hier in historischer Aufmachung sehen, erinnert in Vielem übertragen in die heutige Zeit an unsere Eindrücke aus Seneca, Monument, Long Creek und Ukiah: „Sorry for the mess, we have just arrived“.
PS: Was es in Pendleton am Hwy sonst noch gibt: Die älteste Sattlerei im Westen der USA mit einer grossen Ausstellung von wunderschönen Pferdesätteln und die älteste Wollmühle (mit Weberei) im Westen.
Bei Hamley’s in der Reitsattelabteilung – durchschnittlicher Preis 2000-3000 $
Song of the Day (Los Macizos de Ukiah, El Zip Code. Die Musiker stammen aus Ukiah, California. Der erste Postmaster in Ukiah, Oregon stammte aus jenem Ort und hat wohl der Einfachkeit halber den Ortsnamen beibehalten…)
Long Creek ist noch wie ausgestorben, als wir auf der nassen Strasse weiter fahren. Am Postoffice werfen wir noch eine Karte in den Briefkasten. Und weil die Tür schon um sieben Uhr offen steht, checken wir die Oeffnungszeiten – bisher war die Post am Samstag immer zu, aber vielleicht ist das auf dem Land anders. Kaum stehe ich auf der ersten Treppenstufe, schiesst die vor Neugier fast platzende Pöstlerin aus dem Büro und erkundigt sich nach unserem Befinden (how are you on this fantastic morning), woher wir seien und wie sie uns helfen könne. Natürlich sei heute geschlossen und natürlich könne sie uns ausnahmsweise drei weitere Briefmarken für Switzerland verkaufen und wie schön es doch in Sweden sei mit all den lovely mountains…..
Gut geduscht mit soviel frühmorgendlicher Nettikgkeit nehmen wir eine Etappe mit einigen happigen Aufstiegen in Angriff, doch die Beine sind durchtrainiert und wir können die frisch gewaschene Landschaft geniessen. Auf den rund 70 Kilometern gibt es genau eine Ortschaft (Tankstelle und drei Häuser) und wenig Verkehr. Wir beobachten Hirsche, oder die Hirsche uns? Oder alle Hirsche sind neugierige Pöstlerinnen?
Auf den letzten 10 Kilometern holt uns das Gewitter ein. Ein stürmischer Wind peitscht uns das Tal und die Schlucht hinauf und wir sind innert kürzester Zeit nass. In Ukiah fragen wir im Antler’s Inn nach einem Zimmer und bekommen einen Unterschlupf, der genauso gut ins Museum des letzten Jahrhunderts gepasst hätte.
Am nächsten Morgen teffen wir Jim. Er startet heute auf eine wöchige Velotour mit einer Gruppe. Wir frühstücken gemeinsam und erfahren einiges über das Leben in Oregon. Spannend!
Velofahrer beim Start zu einer wöchigen Tour
Nebenbei verstehe ich endlich, nachdem eine Matur und ein Geographiestudium keinen Aufschluss darüber gaben, was es heisst, im gemässigten Klima zu leben. Eingehüllt in Faserpelz, Regenjacke und Handschuhe beginnen wir den Tag. Noch vor wenigen Tagen mussten wir die Tagesetappen so planen, dass wir spätestens am Mittag am Ziel sind, da es am Nachmittag viel zu heiss war zum Velofahren.
Dieser Tag beginnt mit dem Aufstieg auf den Battle Mountain. Hier fand die letzte Schlacht zwischen der Armee und den Indianern statt. Danach öffnet sich die Landschaft gegen Norden und der Föhrenwald geht in eine offene Wiese über. Die Hügel werden kleiner und irgendwo im Norden fliesst der Columbia River.
Blick gegen Norden
Die lange Abfahrt wird auch heute von einem kräftigen Wind gebremst. Und auch auf den heutigen rund 80 Kilometern kommen wir nur in einer Ortschaft vorbei, diesmal ist es ein grösserer Ort.
Dann erreichen wir Pendleton, wo wir zwei Ruhetag machen und in den Museen weitere Antworten auf unsere Fragen suchen werden.
Song of the Day (John R. Cash, Hard Times comin‘ – für Debi vom Wagorant/Grill in Monument)
Nach dem fazinierenden Ausflug zu den Painted Hills, fahren wir zuerst den selben Weg zurück. Auf dem Highway 26 treffen wir viele Tourenradfahrer. Hwy26 wird als Ost-West Transamerikaroute benutzt und ausserdem findet das Jahrestreffen des Amerikanischen Tourenvelofahrer Vereins in Missoula (Montana) statt. Den Pass absolvieren wir heute mit Leichtigkeit und stecken weg, dass die Abfahrt wiederum von einem Gegewind gebremst wird. So brauchen wir wenigstens unsere Bremsen nicht, wobei, für den 2000. Kilometer dieser Reise haben wir dann doch gebremst und ein Foto gemacht.
Das Geologie Museum des John Day Fossil Bed Monument lassen wir uns nicht entgehen und nutzen den Platz gerade für ein ausgiebiges Picknick. Gestärkt und erholt gehts weiter Richtung Norden, wo schon nach wenigen Kilometern der Parkplatz zum Blue Bassin folgt. Auch dieses geologische Spektakel lassen wir uns nicht entgehen und spazieren die paar Kilometer zum Aussichtspunkt hoch.
Die blauen Felswände des Blue Bassin
In Kimberly, dem nächsten Ort (auf der Karte als Ortschaft eingezeichnet, wir finden einen Laden und eine Post an einer Abzweigung und ausserhalb einige Höfe) begegnen wir der nächsten Überraschung: hier wird intensiv Obstbau betrieben und am Verkaufsstand des Hofes kaufen wir frische Aprikosen, Pfirsiche und weisse Chriesi!!! Dafür dürfen wir uns im Besucherbuch eintragen – herzig.
Die letzten Kilometer bis Monument sind nochmal recht anstrengend, dann erreichen wir das Motel und bekomnen ein Bett und eine Dusche. Meine Frage nach einem Restaurant wird mit dem Hinweis auf Debis Grill beantwortet, was sich als Wohnwagen mit Campingtischen herausstellt. Aber einen Burger gibt es allemal!
Am nächsten Morgen ist der Himmel grau verhangen und wir brauchen einen Moment um uns an diesen Anblick zu erinnern: Regen? Naja, falls die paar Tropfen bereits als Regen bezeichnet werden können. Wir haben eine kurze Etappe mit einer happigen Bergüberquerung vor und lassen uns vom Wetter nicht beunruhigen. Mit zunehmender Höhe wird der Regen dann zwar stärker und wir ziehen die Regenjacken an, mit der Abfahrt trocknet aber alles wieder und in Schweden hätte der Tag nicht als Regentag gezählt: Velo inkl. Gepäck und FahrerIn sind bei der Ankunft in Long Creek wieder trocken. Das Zimmer, das wir hier beziehen ist so gross, dass wir mit dem bepackten Velo reinfahren können (und dürfen!).
Heute sind die Strassen nass und der Himmel verhangen
Song of the Day (Neil Young, The Painter)
Unsere Route hält wie schon so oft, auch heute gleich zu Beginn eine Ueberraschung bereit. Wieder einmal Werweissen wir, über welchen Hügel oder Berg die Strasse als nächstes führt, ohne an den Hängen irgendwelche Spuren von Strasse wahrzunehmen. Die Antwort kommt einige Radumdrehungen später und heisst „Picture Gorge“. Der John Day River und die Strasse schlängeln sich am Fuss von Hunderte Metern hohen Basaltwänden. Diese sollen reich an indianischen Felsmalereien sein, wovon wir aber nichts zu sehen bekommen. Mitten in der Schlucht zweigt eine andere Strasse ab. In der ist dann auch die Abzweigung nach Mitchell. Die Strasse führt in rund 40 km durch eine atemberaubende Gebirgslanschaft und eine (gegen)windige Hochebene mit einer anständigen Steigung auf den Keyes Creek Summit. Auf der anderen Seite geht es steil runter nach Mitchell.
Mitchell (Oregon) im Jahr 2016
Mitchell ist wieder so ein Ort mit perfekter Westernkulisse. Man müsste nur die Autos wegparkieren, die Telefonkabine abmontieren, einige Lastwagenladungen staubigen Sand auf der Hauptstrasse ausleeren und die Touristen noch in etwas andere Kleider stecken (und ihre iPhones durch passenderes Gerät ersetzen, hihihi) und die Dreharbeiten könnten losgehen… Auch die landschaftliche Kulisse rundherum ist schlicht atemberaubend mit den tief eingeschnittenen Canyons und den hohen Basaltsäulenbergen. Wir haben uns im historischen Hotel Oregon einquartiert. Das ist so liebevoll und sanft renoviert und macht den Anschein, dass einiges wirklich seit gut 150 Jahren unverändert blieb.
Etwas ausserhalb von Mitchell erleben wir einen buchstäblich vielfarbigen Tag im reichen Mosaik unserer Reise: Die Painted Hills. Abgesehen davon, dass wir hier 35 Mio Jahre Erdgeschichte in 10 Schritten überblicken können, ist das Farbenspiel einfach nur unermesslich schön.
Toter Baum vor farbigem LehmbergAussicht beim PicknickPainted Hills von oben
Nach dem Essen (seit Tagen gibt es entweder Burger oder Selbstgekochtes) sitzen wir auf der Veranda des Hotels und tauschen uns mit anderen Reisenden aus. Dabei beobachten wir, wie die Hirsche immer Näher zu den Häusern kommen. Christian zieht los, um die Tiere zu beobachten, bleibt aber auf der Wiese via-à-vis vom Hotel schwatzend bei einem Wohnmobil stehen. Es dauert einige Zeit bis ich realisiere, dass das Wohnmobil eine Schweizer Nummer hat! Wir haben Sonja und Thomas getroffen!
Der heutige Tag steht unter dem Motto „es war einmal“.
Seit einigen Tagen haben wir begonnen, unsere Wasserflaschen ins Gefrierfach zu legen, um am Morgen gefrorenes Wasser zu haben. Wenn die zweite Flasche Wasser gegen Mittag zum Einsatz kommt, haben wir so auch bei über 30 Grad in der Wüste eine kühle Erfrischung unterwegs, was sehr wertvoll ist. Heute kommt es uns grotesk vor. In der Hochebene von Seneca (hält den Kälterekord von Oregon) hat es richtig abgekühlt und unsere Hände stecken in Handschuhen, als wir die Flaschen am Velo fixieren.
Unser täglicher Pass heisst heute Starr Ridge Summit. Oben drauf hat es einen schön gelegenen Campingplatz. Allerdings ist ein paar Meter weiter fertig mit schön. Im letzten August hat ein riesiger Waldbrand alles auf den nächsten ca 25 km vernichtet. Zwar hat es einige verschonte Ecken, aber es ist unglaublich, was ein solcher Brand alles zerstören kann.
Etwas weiter talwärts kommen wir nach Canyon City. Wir lesen, dass dies mit 10’000 Einwohnern einstmals die grösste Stadt Oregons gewesen sei – grösser als Portland. Weshalb? Richtig geraten: Es hat mal einer Gold im Bach gefunden und ein Goldrausch hat eingesetzt. Heute leben noch ein paar hundert Leute hier und es scheint, dass sie vor allem davon leben, die besseren Zeiten zu zelebrieren…
Kurz darauf kommen wir nach John Day, der Siedlung mit der einzigen Verkehrsampel im ganzen Grant County, wie sie in einem Prospekt stolz verkünden. Da uns angesichts des beinahe Nullverkehrs nicht einleuchtet, weshalb alle Ampeln auf rot stehen, müssen wir dieses Unikat leider missachten. Weiter geht’s dann (trotz Gegenwind) talabwärts nach Dayville, wo wir bei Mike im Fish House Inn ein nettes Zimmer kriegen und uns wundern, weshalb am Nationalfeiertag nicht mehr los ist.
Wir verlassen Burns mit den ersten Sonnenstrahlen und sind rasch im Grünen. Nach wenigen Kilometern zweigt der Highway 395 nach Norden ab und rundherum ist eine Bergkette. Auf dem Höhenprofil war nichts von eine frühen Pass zu sehen, sondern ein langer flacher Anstieg über 25 km. Ein Fehler? Der angekündigte Nordwind (=Gegenwind) hat noch nicht eingesetzt und wir trampen unbekümmert weiter. Wo nur überquert die Strasse diesen Hügelzug? Plötzlich öffnet sich ein Canyon und es wir klar, dass er uns die nächsten 20 km über das Gebirge führen wird. Schon bald folgen die ersten Föhren und wir sind zurück in einem dichten Föhrenwald mit steilen Kliffs. Gibt es hier Pumas? Sicherlich, aber einen zu sehen wäre zuviel des Glücks.
Wir nehmen uns Zeit, picknicken im Föhrenwald und lesen über den Bau der Eisenbahn für die Holzwirtschaft am Angang des 20. Jahrhunderts. Nach den ersten Kilometern im Abstieg öffnet sich die Landschaft und es präsentiert sich uns eine riesige Wiese, die Silvies Valley Ranch. Auf einem wunderschön angelegten Rastplatz beim alten Schulhaus des ehemaligen Ortes Silvies, machen wir eine Pause und finden auf den Informationstafeln die Umsetzung unseres Konzeptes für einen Betrieb zwischen Landwirtschaft und Tourismus. Es wird darauf geschtet, die riesigen Wiesen, scheinbar die grösste zusammenhängende Wiese Kontinentalamerikas, die zum Heuem henutzt wird, auch den Wildtieren zur Verfügung steht. In Zukunft soll eine Lodge mit Restaurant interessierte Gästen zur Wildtierbeobachtung anlocken. Jagdlizenzen werden keine vergeben, das Jagen ist in den umliegenden Wälder erlaubt und die Jäger loben die Ranch für ihr Nutzungskonzept. Zudem entsteht ein Golfplatz.
So nehmen wir die letzten Kilometer unter die Räder. Der Wind ist jetzt lästig und wir sind froh, dass eine nicht zu lange Tour auf dem Progrmm stand. Seneca erreichen wir nach einer weiteren zauberhaften „Überquerung“ eines Gebirgszuges, der ohne nennnswerte Höhendifferenz durch einen Canyon erfolgt.
Und wieder staunen wir, als wir in dem kleinen RV-Park (Campingplatz für Wohnmobile) vor einem wunderbaren Blockhaus dtehen, das heute Abend für uns reserviert ist. Wir richten uns ein, geniesssen eine warme Dusche nachdem die Sicherung der Warmwasseraufbereitung richtig eingedreht ist, kochen uns einen feinen Znacht ergänzt mit einigen Köstlichkeiten aus dem lokalen Mini Markt und schauen einer Schlange zu, wie sie zwischen der Veranda und dem Velo verschwindet.
Ohne es anfänglich zu Wissen, haben wir schon die letzten zwei Tage jene ungezähmte Landschaft im Westen der USA durchstreift, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eines der grössten Viehimperien war. 1872 trieb Pete French mit 6 mexikanischen Vaqueros 1200 Rinder von Kalifornien in Richtung Norden auf der Suche nach neuen Weidegründen. Finanziert wurde er vom Industriellen James Glen. Als er die sattgrünen Wiesen im heutigen Catlow-Valley erreicht hatte (siehe unseren Beitag vom xx), war die Suche zu Ende. Er traf auf einen Siedler namens Porter, dem er seine kleine Viehherde inklusive der Siedlungsrechte östlich des Steens-Mountain im heutigen Blitzenvalley sowie den Brand „P“ abkaufte. Die „P-Ranch“ war geboren. In den folgenden Jahren baute French seine Ranch dauernd weiter zu einem eigentlichen Vieh-Fürstentum aus, einem der grössten im ganzen Westen. Dabei ging er reichlich schlitzohrig vor: Durch die geschickte Anlage von Dämmen und Kanälen überflutete er Land, das er unter den vergünstigten Bedingungen des swamp-act erwarb und er hielt seine Angestellten dazu an, so genannte homesteads zu erwerben, die er ihnen anschliessend wieder abkaufte. Schlussendlich gehörten ihm neben dem Catlow auch das Blitzen und das Diamondvalley mit einer Fläche von 800 Quadratkilometer (d.h. halb so gross wie der Kanton Zürich). Dazu gehörten zahlreiche Gebäude für Angestellte und Gäste wie das legendäre Hotel in Frenchglen oder die „Round Barn“ zum Zureiten von Pferden im Winter. Leicht vorstellbar, dass das nicht konfliktfrei vor sich ging. 1878 überfielen die Einheimischen Indianer die P-Ranch und brannten die Gebäude nieder. Die Auseinandersetzung mit den Indianern hielt monatelang an und einmal soll Pete French sein Pferd unter dem Füdli weg erschossen worden sein… In den 1880er und 1890er Jahren waren es die kleinen Siedler, die ihre Wasserrechte einforderten und bei denen French geringes Ansehen besass. Am Stephanstag 1897 öffnete French ein Tor in ein Sagebrushfeld, um sein Vieh durchzutreiben. Dabei kam es zu einer Auseindandersetzung mit dem Siedler Ed Oliver, der mit French schon früher Grenzstreitigkeiten hatte. Oliver erschoss dabei French mit einem Schuss in den Kopf. Ob in Notwehr oder nicht blieb unklar – jedenfalls wurde Oliver nicht verurteilt. Ob French an jenem Tag eine Waffe trug oder nicht, blieb ebenfalls unklar. Sein perlmuttbesetzter fünfschüssige Revolver ist im Harney County History Museum wie eine Reliquie ausgestellt. Daher gelten die Weihnachten 1897 als „end of the Old West“, will heissen der grossen Viehbarone. Diese Tage gelten auch als Ende der so genannten „Range wars“.
Grosse Teile des von French erworbene Landes – insbesondere das Blitzenvalley – ist eine der wichtigsten Raststätten für Zugvögel im Westen der USA. Mit seinen Aktionen zur Vergösserung der überfluteten Landfläche hat Pete French ironischerweise das Feuchtgebiet vergrössert. Den Vogelreichtum hatten in den 1880er Jahren auch die Federnjäger erkannt. In etwa 10 Jahren dezimierten sie die Anzahl Vögel auf einen Minimalbestand, so dass sich die Jagd nicht mehr lohnte. Als sich 10 Jahre später keine Erholung der Vogelzahl abzeichnete, dokumentierten Vogelkundler den Reichtum der Vogelwelt und die verheerenden Auswirkungen der Jagd. Sie lobbyierten bei Präsident Rossevelt und erreichten, dass 1908 das Malheur Wildlife Refuge geschaffen wurde. Zunächst in den Gebieten nördlich des Blitzenvalley.
Nach dem Tod von Pete French wurde die P-Ranch nach und nach verkauft. 1935 wurden die Reste der P-Ranch vom amerikanischen Staat zurückgekauft und ins Malheur Wildlife Refuge eingegliedert. Doch hat sich damit der Kreis swampland-Ranchland-swampland geschlossen? Nein. Die zahlreichen und spektakulären Wildtierbeobachtungen, die wir vorgestern machen durften (die Vögel können wir gar nicht aufzählen, Fischotter, Hirsche uvm.), dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass das ganze Oekosystem komplett umgekrempelt ist und nicht mehr dem entspricht, was die ersten Trapper der Hudson Bay Company angetroffen hatten. Es ist nicht vergleichbar mit der wirklich unberührten Wüstengegend des Sheldon Wildlife Refuge, das wir zwischen Plush und dem Virgin Valley Campground durchquert haben.
Nach unserer Beobachtung ist die Roaring Springs Ranch das letzte „intakte“ Stück des ehemaligen Rinder-Imperiums. Sie bewirtschaftet eine Fläche von etwa 4500 Quadratkilometern (davon etwa 3500 qkm öffentliches Land; insgesamt also 4x die Fläche des Kantons Thurgau oder mehr als der halbe Kanton Graubünden!!). Und wenn man auf deren Webseite geht, dann lebt der „gute alte Westen“ durchaus weiter – einfach mit einem ganz neuen Geschäftsmodell! Die Durchquerung dieser Ranch war ja immerhin fast eine ganze Tagestour auf dem Velo! Wie anstrengend muss das in der Zeit vor den Strassen gewesen sein…
Nicht nur die produktive Seite des alten Westens lebt in der in neuen Form des Country Natural Beef fort. Auch die „Range wars“ sind in neuer Form zurück. Vom 2. Januar bis 16. Februar 2016 hielten rund 30 bewaffnete, regierungsfeindliche Milizionäre den Hauptsitz des Malheur Wildlife Refuge besetzt. Kurzfristig wollten sie die Freilassung von zwei Rancher erreichen, die wegen Brandstiftung auf öffentlichem Land zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt wurden. Längerfristig wollten sie die Abgabe von öffentlichen Ländereien (u.a. des Refuges) an Private erreichen. Bei der Verhaftung eines Teils der Milizionäre kam es auf dem Highway 395 zu einer Schiesserei, im Verlauf derer einer der Besetzer erschossen wurde.
Heute verbringen wir den Tag in Burns, der ersten Siedlung mit mehr als 2000 Einwohnern seit einer Woche. Zum grösseren Teil scheint hier alles die besten Tage hinter oder vor sich zu haben. Nicht einmal die schnelllebigen Internet-Kartentools Vermögen der raschen Entwicklung im „real-life“ zu folgen. Jedenfalls war die altbewährte Methode des Herumfragens bei der Suche nach einer Laundry zielführender als die Konsultation des Internets. Vom Besuch im County History Museum haben wir uns einige Erklärungen über diesen Landstrich erwartet. Weit gefehlt: Die Ausstellungsstücke stehen so beliebig in dem Gebäude wie die Ranches in der Landschaft und die Läden, Tankstellen etc. in Burns. Eine „unfertige Gegend“? Sicher kommen wir mit unseren europäischen Vorstellungen nicht weiter. Ist eigentlich auch gar nicht nötig im Land des ewigen Duft des Sagebrush.
Die Reste der P-RanchDurstige Reiter im Sagebrush-Country
PS: Geschrieben in der Nachmittagssonne auf der Veranda des Silver Spur Motel am Hwy 395 in Burns, begleitet von KLAD, Oregons Country Giant