Penzance – Strasbourg

Die Reise beginnt mit einem englischen Zug, beide Velo reisen auf ihren gebuchten Plätzen im Gepäckabteil. Der Zug würde nach London fahren und von dort gäbe es Züge nach Paris… Wir haben uns für die Fähre nach Roscoff (Frankreich – Bretagne) entschieden. Sie fährt erst um 23 Uhr.

Wir steigen also im Plymouth aus dem Zug und verlassen den Bahnhof gut bewacht von Kontrollen und Kameras, ja über die vielen Kameras in England haben wir uns noch gar nicht beklagt in diesem Blog… Den restlichen Tag verbringen wir mit Schreiben, Lesen, Kaffeetrinken, unter einem Baum am Schatten schlafen bis es zu kalt wird, wieder ein Restaurant suchen, gut Essen und mit „auf die Fähre warten“. Sie fährt um 21 Uhr in den Hafen ein, wird umständlich entladen (wir vermuten zusätzliche Kontrollen – wir haben noch selten einen solchen Stau erlebt beim Entladen). Spannend ist die Bekanntschaft mit Roland und Luzia aus dem Thurgau, die mit dem Töff unterwegs waren. Und auffallend viele englische Radfahrer gehen für ihre Touren nach Frankreich: wir sind eine Gruppe von 20 Radfahrern, die als letzte auf’s Schiff gelassen werden (und draussen schlotterten im kalten Nachtwind).

Die Nacht ist kurz, doch wir estimieren den Luxus der Kabine, die wir kurz vor der Abfahrt noch buchen konnten. Wie immer auf den Fähren ist der Faktor Genuss nicht für die ganze Reisegruppe gegeben. So verzieht sich die eine Hälfte auf’s Deck 10 an die frische Luft, während die andere das Frühstück einnimmt.

Frankreich empfängt uns mit einer speditiven Einreisekontrolle und mit dichtem Nebel. Wir fahren nach Morlaix, nehmen dazu die Hauptstrasse und vergessen nicht, die rechte Strassenseite zu nutzen. Nach wenigen Kilometern sind wir komplett nass, auf den Abschnitten mit Bäumen an der Strasse tropft es wie Regen. Eigentlich ist es nicht kalt, aber die Nässe und der Wind machen die ganze Sache ungemütlich. Der Bahnhof Morlaix trohnt hoch über dem Ort. Der von uns präferierte TGV ist ausgebucht, wir wählen eine Verbindung mit zwei TGV’s und überbrücken die Zeit bis zur Abfahrt auf dem heutigen Dorfmarkt.

Im zweiten Zug reisen unsere Velos unterschiedlich: eines hat einen reservierten Veloplatz, das andere steht im Transbag verstaut im Nebenabteil, wo es genügend Platz hat. Wir rasen durch die Bretagne und steigen in Paris Montparnasse zur Feierabend Zeit aus. Hier herrscht nun die erwartete Hitze. Das Navi führt uns auf den Boulevard St Michel und dann geradeaus zur Gare de l’est. Auf den letzten 500 Metern vor dem Bahnhof sind wir uns nicht sicher, um wir in Mombasa gelandet sind, da geht es afrikanisch zu und her!

Der Zug nach Strassburg hat zwei Stunden Verspätung, was natürlich bei unsere Ankunft im Bahnhof noch nicht klar war und dann alle zehn Minuten wieder angepasst wurde. Völlig unmöglich ist, dass das Abfahrtsgleis des Zuges nicht bekannt gegeben wird. Das fühlt sich dann so an: Man starrt drei Stunden lang, quasi ununterbrochen auf die Anzeigetafel. Wenn das Gleis dann endlich erscheint, rennen alle los, schliesslich hat man einen Platz im vordersten Wagen. Beim Einsteigen das grosse Chaos, alle suchen ihren Platz und einen sicheren Ort für das Gepäck. Der Zug fährt zehn Minuten nach Bekanntgabe des Abfahrtsgleises ab, wer also grad auf der Toilette war, hat Pech gehabt. Und wir mittendrin mit vielen Taschen und zwei Velos! Das wirklich einzig Gute daran: man rast erneut mit 300 km/h durchs Land und ist nach zwei Stunden in Strassburg. Dort erwartet uns ein zweckmässiges Zimmer, eine Dusche und ein Bett, das nicht schaukelt!

Ankunft in Frankreich im dichten Nebel

St. Just – Land’s End – Penzance

Der Blick nach Draussen nach dem Aufwachen zeigt ein ganz anderes Bild als am Abend zuvor: Die Landschaft trieft und es herrscht dichtester Nebel. Bis zum Abfahren dringt der eine oder andere Sonnenstrahl durch. Dennoch sind wir nach 10 Minuten Fahrt pflotschnass. Das ist also der berüchtigte englische Nebel. Nach wenigen km sind wir sozusagen am Ziel der diesjährigen Tour, in Land’s End. Das ganze Gelände ist in Privatbesitz. Die Naturschutzzone beginnt erst dort, wo das Kliff definitiv nur noch für Vögeln „begehbar“ ist. Der ganze Rest ist in einen grossen Rummel- und Konsumplatz umfunktioniert. Vom „letzten bzw. ersten“ Haus und Briefkasten wird aus allem irgendwie Profit geschlagen. Zum Glück sind wir früh da. So hat es noch nicht allzuviele Leute und wir können zuschauen, wie sich die cornischen Zwerge für ihren Auftritt mit König Arthur umziehen…..

Kaum sind wir von der A30 abgebogen, herrscht wieder die Beschaulichkeit der schmalen, heckengesäumten Strassen. Sie wird nur selten unterbrochen von der Hektik, wenn ein Doppelstockbus im steilen Anstieg einen Traktor mit grossen Strohballen auf dem Anhänger kreuzen will. Das führt natürlich sofort zu einem kleinen Verkehrschaos, das wundersamerweise im schlimmsten Fall mit ein paar zerquetschten Brombeeren endet. Nach der üblichen übersteilen Abfahrt kommen wir nach Mousehole (sic!). Das kleine Örtchen erinnert ungemein an die Rosamunde-Pilcher-Filme…

Gar kein Herzkino sondern mit historisch handfestem Hintergrund ist unsere Unterkunft in Penzance, das Union Hotel. Es soll eines der ältesten und bedeutendsten Gasthäuser Cornwall’s sein mit einem grossen Theatersaal und mehreren Bars. Im Spanisch-Englischen Krieg wurde es teilweise niedergebrannt. Die schwarzen Balken werden heutzutage als Sehenswürdigkeit zelebriert. Admiral Nelson soll hier genächtigt haben und im Theatersall erstmals auf britischem Boden die Nachricht vom Sieg der Schlacht vor Trafalgar verkündet worden sein. Seither wurden die Teppiche sicher ein- oder zweimal erneuert, aber Gebrauchsspuren sind allenthalben unübersehbar.  Uns hat das nicht weiter gestört. Wir hatten ein Zimmer mit Meerblick (aus zwei Fenstern!), Himmelbett und lautem Gekreisch der Möven.

Padstow- Portreath

Wir folgen der Küstenstrasse, gewinnen rasch an Höhe und kommen schon bald in den Genuss der spektakulären Aussicht über die Steilküste. Obwohl wir auf einer Hauptstrasse unterwegs sind, ist der Verkehr nicht störend. In einem Teehaus machen wir eine Pause und wundern uns, wie die Touristen nach dem ausgiebigen Frühstück im Hotel bereits vor dem Mittag wieder einen Cream Tea trinken können (dazu gehören zwei Brötchen, Butter und Konfitüre).

An das Auf und Ab haben wir uns ja gewöhnt, die Steilheit der Strassen ist in Cornwall dem restlichen Süden ebenbürtig und lässt uns unvermindert hadern… Der Küstenwind meint es ebenfalls nicht gut mit uns, zumindest hilft er, die Verweilzeit in dieser traumhaften Landschaft zu verlängern. Und er lehrt uns, dass es problemlos möglich ist, Sand aufzuwirbeln und den Velofahrern ins Gesicht zu peitschen.

Auf den letzten 10 Kilometern vor unserem Zielort führt uns unsere Navigationsapp vor ein eindrucksvolles Tor vor den Pisten eines Militärflugplatz. Es sagt uns unmissverständlich: hier geht es nicht weiter. Ein Velofahrer mit Hund gibt uns den Tipp, dass man kurz vor der Abzweigung in die Hauptstrasse auf den Tramway abbiegen kann. Diese Tramwege sind Überbleibsel aus der Bergbauvergangenheit und wurden zu Spazier- und Radwegen umfunktioniert. So bleiben uns die befürchteten zusätzlichen Höhenmeter erspart und wir finden unsere hübsche Unterkunft mit der freundlicher Gastgeberin.

Portreath ist nicht so touristisch wie Padstow, obwohl es auch einen schönen Strand hat. Nach dem Essen gönnen wir uns den Sonnenuntergang am Strand.

Cornish Coast

Plymouth – Bodmin – Padstow

Nachdem wir den Regentag im Aquarium und beim Müssiggang genossen haben, soll es heute weiter gehen. Es regnet noch immer und wir entscheiden uns, den Anfang der heutigen Etappe im Zug zu bewältigen. Somit bleibt noch etwas Zeit für den Besuch des Mayflower Pilgrim Museum.

Der Zug bringt uns über unzählige Brücken und Viadukte nach Bodmin. Dort stehen wir etwas verloren auf dem Bahnsteig, finden aber recht schnell einen Radweg ins Zentrum, flach entlang eines alten Bahntrasse! Losfahren wollen wir aber noch nicht, wenn der Müßiggang mal eingesetzt hat… Wir besuchen das Landhaus Lanhydrock mit seinem Garten. Wunderbar!

Dann gehts doch noch los, es ist schon länger Nachmittag. Am alten Bahnhof von Bodmin fährt grad eine Dampflok los. Es ist eine Museumsbahn und die Kulisse für unzählige Filmszenen aus Cornwall… Nach einigen Kurven durch den Ort wird immer deutlicher, was uns auf den rund 25 Kilometern der heutigen Etappe nach Padstow erwartet: es sitzen erschöpfe Radfahrer mit Eis am Strassenrand, grössere und kleinere Gruppen.

Der Camel Trail ist gut bezeichnet und ist – ja genau – ein Radweg auf einem alten Bahntrasse. In allen Orten entlang der Strecke gibt es unzählige Velovermieter und das entsprechende Publikum auf der Piste. Wir nehmen es gelassen, freuen uns über den guten Weg und nutzen den späten Nachmittag für Birdwatching im Mündungsgebiet des Camel- River.

Padstow erreichen wir entsprechend spät, aber zufrieden nach einem erfüllten Tag!

Im Garten von Lanhydrock House

The Mayflower Pilgrims

Die Geschichte der frühen Pilger muss hier erzählt werden, schliesslich befanden wir uns vor zwei Jahren auf dem Oregon Trail und damit auf einem anderen Abschnitt der Geschichte der europäischen Besiedlung von Nordamerika.

Die Mayflower (Maiblume) war ein Segelschiff, das im Jahr 1620 englische Separatisten nach Amerika brachte. Es waren Menschen, die begannen den Glauben anders zu leben als er von der Englischen Kirche gelebt wurde. Sie fühlten sich unverstanden in ihrer Auslegung und wurden als Separatisten bezeichnet. Sie entschieden sich, ihr Glück und die religiöse Unabhängigkeit anderswo zu suchen.

Zuerst führte sie die Reise nach Holland, wo es bereits eine englische Glaubensgemeinschaft gab. Schliesslich entschied sich eine Gruppe von rund 100 Personen, die Glaubensfreiheit in Amerika zu suchen. Die Mayflower startete im Frühling von Holland aus, musste aber insbesondere wegen Schäden am Begleitschiff mehrmals Zwischenlanden. Ein langer Zwischenhalt fand in Plymouth statt, wo die Pilgrims freundlich aufgenommen wurden. Das Schiff stiess am 16. September 1620 von Plymouth aus in See, der Steg ist heute mit einem Denkmal gekennzeichnet.

Die Überfahrt in engsten Verhältnissen (das Begleitschiff blieb wegen Seeuntauglichkeit in Europa) dauerte zwei Monate. Am 9. November ging das Schiff vor der Küste vor Anker, nachdem die Crew mehrere Versuche unternommen hatte, etwas südlicher anzulegen. Dann kam der nordamerikanische Winter… Nur ein kleiner Teil der Gruppe überlebte und begann im März mit dem Aufbau einer Siedlung. Die Crew der Mayflower startete am 5. April 1621 und brachte das Schiff zurück nach Europa.

Diese Informationen sind frei wieder gegeben nach dem Besuch des Mayflower Museums in Plymouth. Die folgende Ergänzung stammt aus Wikipedia (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Mayflower 2.8.2018): „Die Reise der Mayflower ist das prominenteste Beispiel für die Besiedlung Amerikas durch Europäer und wird bisweilen fälschlich als deren Beginn dargestellt. Tatsächlich aber begann die Kolonialisierung Nordamerikas in der Neuzeit bereits Mitte des 16. Jahrhunderts mit der Besiedlung von Neufundland, so gilt die Stadt St. John’s mit der Inbesitznahme durch die englische Krone im Jahr 1583 als älteste britische Kolonie, fast 40 Jahre vor der Überfahrt der Mayflower.“

Two Bridges – Plymouth

Das Hotel Two Bridges ist am eleganteren Ende von dem, was wir als Veloreisende besuchen können. Zum Glück waren die andern ausländischen Touristen im Wanderlook unterwegs, sodass wir gemeinsam gegenüber den Engländern ‚completely underdressed‘ waren. Gegessen haben wir vorzüglich, wie überall bisher, hier allerdings mit Livemusik.

Das Wetter ist weiterhin regnerisch und der Wind ist stürmisch. Deshalb haben wir uns für einen Abstecher nach Plymouth und einen Ruhetag in der Stadt entschieden. Die Strasse führt steil hoch nach Princetown. Hier gibt es ein grosses Gefängnis mit mehr als 600 Insassen. Das Gefängnis Museum wurde uns empfohlen, also machen wir einen Halt.

Bevor wir wieder losfahren, ziehe ich zwei zusätzliche Schichten lange Kleider an: eine für die Wärme und eine gegen den Wind. Das Dorf verlassen wir auf dem alten Bahntrasse und fahren ins Moor hinaus. Der Wind ist stürmisch und böig. Wenn er aufhört fällt man fast um, weil man so stark dagegen lehnt. Es ist ein Balanceakt. Und dann setzt der Regen ein und wird uns vom Wind ins Gesicht gepeitscht. Das Bahntrasse führt nur ganz langsam, aber kontinuierlich bergab. Schon bald läuft das Wasser entlang der Beine in die Schuhe – wir sind komplett nass. Und: obwohl man meist auf Strassen unterwegs ist, kann man auf dem Velo die Kraft der Natur erleben.

Wanderer mit Hunden und andere Velofahrer lassen sich nicht beirren. Weiter unten führt der Weg durch zahlreiche Weiden, wir öffnen und schliessen die Tore. Es geht nur langsam vorwärts. Dann steht ein grosser Stier vor uns, wir reden ihm gut zu und gehen vorbei. Nach einigen Kilometern auf der Strasse führt der Weg plötzlich wieder auf das Bahntrasse und wir sind mitten im Naherholungsgebiet der Stadt. Mit zahlreichen Gruppen von jüngeren und älteren Velofahrern gleiten wir Richtung Plymouth.

Der Fluss fliesst hier tief in der Schlucht. Und zum ersten Mal in England queren wir einen Hügel nicht mit einer Strasse in der Falllinie, sondern in einem Tunnel! Es braucht deutlich weniger Kraft! Dann setzt der Regen wieder ein, und wie! Jetzt kommen wir definitiv zu unserer „englischen Regentaufe“.

Der Tag ist schon reich bestückt mit Highlights, da kommt der Wanderfalke. Zwei Jungtiere sitzen in der Felswand hoch über dem Fluss und kämpfen um den trocken Platz unter dem Felsvorsprung. Direkt gegenüber auf der ehemaligen Eisenbahnbrücke ist ein Beobachtungsposten eingerichtet. Super!

Im Dartmoor

Kurz vor Plymouth

Dartmoor: Moretonhampsted – Two Bridges

Heute haben wir nur 20 km. Wir queren das Dartmoor, die Aussicht ist fantastisch und wir werden vom Regen verschont. In Postbridge besichtigen wir das Nationalparkmuseum, überqueren die alte Clapper Bridge und machen einen Spaziergang. Die dunkeln Wolken mahnen uns, die letzten Kilometer in Angriff zu nehmen, sodass wir trockenen Rades in Two Bridges, unserem heutigen Ziel ankommen.

Graue Wolken, Pferde und viele Schafe bevölkern das Dartmoor

 

Dunkeswell – Moretonhampsted

Beim Frühstück sitzen Schweizer am Nachbartisch. Sie sind mit dem Flugzeug hier. Scheinbar können Schweizer nicht normal reisen, die einen benutzen das Privatflugzeug, die andern Fahrräder!

Wir haben eine kurze Etappe mit viel Höhendifferenz vor uns und brechen früh auf. Im gewohnten auf und ab erreichen wir die Vororte von Exeter. Dann entscheiden wir uns für einen Radweg entlang der Hauptstrasse und landen irgendwann auf dieser Strasse im Aggloverkehr – anstrengend! Im Vorstadt Aldi bekommt man nur vier Energydrinks auf’s mal, also gehts ohne Energydrink weiter. In einem Park essen wir zu Mittag und wundern uns erneut, dass die Parkbänke in diesem Land ausnahmslos in der Mittagssonne stehen.

Schliesslich stehen wir auf der Brücke über den Fluss, geniessen kurz den Ausblick und wissen, den Rest des Tages verbringen wir im Aufstieg ins Dartmoor…. To make a long story short: wir brauchten lange, es war heiss und streng und wir wurden schon nach wenigen Minuten mit grandioser Aussicht belohnt. Der letzte Aufstieg mit 20% Steigung war hart, aber es wartete ein wunderbares Örtchen mit schönem Hotel und hervorragendem Nachtessen.

Blick zurück auf Exeter
Auf und ab der englischen Nebenstrassen. Die Steigung beträgt durchschnittlich 10 bis 20% – mit bepacktem Velo eine Herausforderung

Sherborne-Dunkeswell

Die ersten km hinter Sherborne sind vor allem eine Kartenlese-Übung rund um die grössere Stadt Yeovil. Das steile auf-und-ab auf den kleinen, verkehrsarmen Strassen setzt sich fort. Nur sind die Strässchen weitgehend tief in den Sandstein eingeschnitten. Ohne Navi wäre man hier wohl innert kürzester Zeit verloren. Immerhin ist es in diesen „Strassenschluchten“ angenehm schattig und kühl (was bei dem aktuell herrschenden Jahrhundertsommer hier nich zu unterschätzen ist….). Den Mittagspicknick geniessen wir bei einer der zahlreichen Uralt-Kirchen hier (faktisch sitzen wir im Friedhof von Hindon-St. George, aber die Friedhöfe schauen in dieser Gegend so zeitlos aus, dass sie auch als Pärkli durchgehen – allerdings fehlt auch hier die schattige Parkbank, sodass wir uns im Schatten des alten Gemäuers niederlassen – man kann sicher aber lebhaft die Geisterstunde in einer neblig-stürmischen Novembernacht vorstellen). Nach der Mittagsrast geht es dann punkto Steigungen einigermassen gesittet-mitteleuropäisch weiter, bis auf den Anstieg zu dem kleinen Dorf Combe-St. Nicholas. Dort hat es ein Bänkli unter der grossen Linde auf dem Dorfplatz. Wir schlecken ein Glace, schlürfen einen Energy-Drink (normales Isostar haben wir bis jetzt nicht gefunden) und beobachten, wie die proper gekleidete und beschuhte Dorfbevölkerung gen Gotteshaus eilt. Wahrscheinlich zu einer Beerdingung. Bevor wir dann auf die Hochebene der Blackdown Hills mit ihren Flugplätzen aus dem zweiten Weltkrieg kommen, müssen wir das Tal des Otter-River durchqueren. Das heisst, ca. 100 Höhenmeter mit 20% Gefälle runter und dann unmittelbar im gleichen Stil wieder hoch. Das Lakeview Manor in der Nähe des Dunkeswell Airfields ist schon ein ziemlich nobles Landhotel.

Kurve – tief eingeschnitten in den Sandstein….
… und der Ausblick, wenn man mal oben ist.