Teure Edelsteine und 17 Sorten Arbeitshandschuhe: Plush

Plush besteht aus einer ganz kleinen Schule (zusammen mit jenen des 30 km entfernten Nachbardorfs sollen es 12 Schüler sein), einer Kirche, etwa zwei Dutzend Behausungen und als Zentrum dem Ladensaloonpostofficetankstelle. Plush hat es uns angetan. Es gibt leidlich gutes Essen (die Burger sind jedenfalls um Grössenordnungen besser als beim MacDonalds) und der Laden hat ein ziemlich grosses Sortiment, das weit über die üblichen Lebensmittel hinaus geht. Ungewöhnlich ist das grosse Angebot an Schmuck, der in einer kleinen Auslage a la Bahnhofstrasse Zürich dargeboten wird. Das Rätsel, was eine teure Schmuckboutique in diesem abgelegenen Ort soll, löst sich am Folgetag. Wir haben in Plush einen Ruhetag vorgesehen und unser Zelt bei der Hart Mountain Cabin aufgeschlagen. Ein cooler Ort als Basislager zum Erkunden der wilden Umgebung – mit Wildlife-Besuch am Zelt garantiert. Eindrücklich ist das Licht- und Schattenspiel beim Sonnenuntergang in der über 1000 Meter hohen Steilflanke des Hart Mountain. Wunderbar ist die Gastfreundschaft von Barbara und Allan, die ihre Unterkunft (die einzige im Umreis von mehr als 50 Meilen) stärker auch noch Bikern zur Verfügung stellen wollen. Faszinierend ist die Vielfalt an „Wild“tieren, die uns am Zelt besuchen: Verschiedenste Vögel, drei verschiedene Hasenarten, verschiedene Eich- und andere Hörnchen.

Am Sonntag machen wir uns auf zum Vogelbeobachten an den Hart Lake. Obwohl er ziemlich ausgetrocknet erscheint, wimmelt es von Läufern, Piepern, Enten und anderem Schnattergetier. Bei den Infotafeln erfahren wir auch, dass es ganz in der Nähe (ca 50 km nördlich 🙂 ) ein grosses Vorkommen an ‚Sunstones‘ in Edelsteinqualität gibt, das erst seit etwa 30 Jahren genutzt wird. Damit ist das Rätsel der Schmuckauslage im Store aufgelöst. Und wahrscheinliche werden die zahlreichen Arbeitshandschuhe zum Herausarbeiten der Edelsteine benötigt. Vielleicht sind wir beim nächsten Besuch in Plush auch bei den Kunden für dieses Arbeitsgerät….   

Im Laden von Plush

Where the West still lives – Cattle und Wildlife: Lakeview – Plush

Gut gerüstet mit fotokopierten Karten und zahlreichen Ratschlägen einer mitteilsamen Lady, die in Lakeview offensichtlich für mehrere Läden zuständig ist, treten wir bei wiederum frischer Luft in die Pedalen. Der dichte Wald, der die Strasse bis zur Warner Canyon Ski Area säumt, dürfte wohl der letzte für die nächsten paar Tage sein. Wir fahren auf dem Highway 140, der auch „Winnemucca to the sea Highway“ genannt wird. Angesichts der trockenen Wüste ein verständlicher Name – die Luftspiegelungen befeuern die Fantasien nach Sandstränden am Pazifik … Wir allerdings sind in die entgegengesetzte Richtung unterwegs und freuen uns daran, dass wir alles zu sehen kriegen, was auf den Tafeln beim Visitor Center in Lakeview angekündigt wird. Nach einigen km Abfahrt vom Warner Pass steht eine Herde schwarzer Kühe und Rinder getrieben von drei Buckaroos auf dem Highway. Der entgegenkommende Lastwagen sorgt für zusätzliche Stimmung, was die Rindviecher mit lautem Gebrüll untermalen. Natürlich halten die Buckaroos nichts von unserem Angebot für den Rest die Pferde zu tauschen. Später im Saloon von Plush prosten Sie uns respektvoll zu – ich glaube nicht, dass sie den ganzen Weg geritten sind. Zu verdächtig standen da noch Viehtransporter herum…. Etliche km später auf der langen Abfahrt auf der unendlich scheinenden Hochebebe vor Plush tanzt eine Herde Pronghorns auf der Strasse. Offensichtlich können Sie uns Velofahrer nicht in ihr Freund-Feind-Schema einordnen. Jedenfalls scheinen sie hin- und hergerissen zwischen Fliehen und neugierigem Schauen.

Buckaroos, Cows…
… und Wildlife
Plush, eine kleine Oase in der Oregon High Desert
 

Vom altehrwürdigen Hotel Niles zum Old Perpetual: Alturas CA – Lakeview OR

Als wir die Velos vor dem altehrwürdigen Hotel Niles bepacken ist es vielleicht nicht die im Wetterbericht angekündigten 3 Grad (über Null!) kalt, aber jedenfalls nicht viel darüber. In schattigen Abschnitten gibt es rasch klamme Finger und die warme Kleidung bleibt bis weit über Kilometer 35 an. Den Znüni nehmen wir im „Grocery-Post Office-Café-etc.“ in Davis Creek. Der Ort wird auf einer Warntafel gross als „congested area“ angekündigt. Offenbar veranstalten die 53 Einwohner mit ihren Autos hier ab un zu einen Verkersstau…. Der Znüni kommt allerdings aus dem Gestell, denn der Koch ist um gut 9 Uhr noch nicht eingetroffen. Auch der sonst in rauen Mengen aufgetischte Kaffe wird erst auf unsere Bestellung hin aufgebrüht – und gelingt prompt nicht ganz: ist eher ein bräunlich gefärbtes Wasser…. Die Fahrt geht weiter entlang des weitgehend ausgetrockneten Goose Lake. Das Wasser geht in saftige Weiden und Felder auf denen in regelmässigen Abständen stattliche Ranches stehen, statt in den See. Abwechslung bieten der Ort New Pine Creek direkt auf der Grenze zwischen Kalifornien und Oregon, der zum grösseren Teil aus Brockenhäuser zu bestehen scheint und ein Sheriff aus dem Lake County, der sich beim Kontrollieren der nach Oregon eingeführten Wasserfahrzeuge langweilt und die Wartezeit mit einem Schwatz überbrückt. Bei der Einfahrt nach Lakeview hat man zunächst überhaupt nicht den Eindruck, in einen County-Hauptort einzufahren – fast unendlich reihen sich die Einfamiliehäuser entlang dem Highway 395, bis endlich das Zentrum erscheint. Und wenn man nicht ganz gut schaut, dann ist man auch gleich wieder draussen…, wo wir auch unser Motel bei den Hunter’s Hot Springs nach dem Verscheuchen einer grösseren Gänseschaar erreichen. Gleich nebenan befindet sich der Geysir Old Perpetual, der alle 60′ eine etwa 15 m hohe Wasserfontäne in die Höhe pustet. Eindrücklich, ebenso wie das unendlich scheinende Feuchtgebiet rundherum wo sich allerlei Gänse, Enten und anderen Wasservögel im warmen Wasser  baden und dabei vergnügt in allen Tonlagen und Lautstärken schnattern und piepsen (und auf angenehme Weise den Strassenlärm übertönen).

Und wieder geniessen wir nach dem Pedalen einen Pool mit heissem Wasser, diesmal für uns alleine. So heiss! Und so schön!

altehrwürdig
vielseitig
sprühend

Mit Pelikanen nach Alturas 

Der Tourenrat tagt um 4:30 Uhr und beschliesst, aus zwei Etappen drei zu machen. Somit stehen heute nur etwas mehr als 30 km auf dem Programm.

Schon seit einiger Zeit zeichnet sich ab, dass wir an den Rand der Wüste kommen.  Dies zeigt sich daran, dass der Talboden sehr grün ist, ganze Vogelschwärme unterwegs sind und dass ab und zu eine Brücke über ein gurgelndes Bächlein führt.  War der Honey Lake noch ein „richtiger“ Wüstensee (=Salzpfanne –> kein Wasser, zumindest in dieser Jahreszeit), so waren immer häufiger Oberflächengewässer zu beobachten, die scheinbar das ganze Jahr Wasser führen. Heute fuhren wir in die Feuchtgebiete südlich von Alturas hinein. Bei einem Fotostopp nutzten wir die Gelegenheit und beobachteten die Wasservögel. Gänse, wie wir vermuteten. Doch sie hatten riesenlange Schnäbel! Pelikane? Da wir schon in Albanien Pelikane beobachtet hatten, sind wir ziemlich sicher. Und das Internet bestätigt den Sommeraufenthalt des Amerikanischen Weissen Pelikans! Super schön!

Im Modoc National Wildlife Refuge

Für den Zimmerbezug im stilechten Hotel aus dem Jahr 1908 (sehenswert!) sind wir etwas zu früh. Also machen wir unsere diversen Erledigungen mit bepackten Velos und in Reisekleidung, was uns zahlreiche (!) spannende Bekanntschaften beschert. Alturas hat das Motto „Where the West still lives“, was wir bestätigen können: Cowboys und Gebäude wie im besten Western!

Alturas im Jahr 2016

Plattfüsse auf dem Weg vom Honey Lake nach Likely

Es sind 143 km geplant und der Wecker läutet um 4:30 Uhr. 4:45 kämpfen sich zwei schlaftrunkene Velofahrer aus dem Zelt, frühstücken, packen und sind um 5:30 Uhr auf dem Weg nach Norden. Die Sonne ist im Aufgehen.

Soweit lief alles nach Plan. Bis diese Pflanze auftauchte, resp. eben nicht auftaucht sondern nur ihre Stacheln in Velopneus und Schläuche bohrte. Keine 20 km nördlich der Stelle, wo wir gestern schon am Strassenrand einen Platten geflickt haben, standen wir wieder still.

Nun, wir hatten zahlreiche mehrwöchige Velotouren ohne jegliche Zwischenfälle genossen, also tragen wir es mit Fassung und führen die eingespielten Handgriffe geübt durch. Weiter gehts. 15 km später ist es das andere Velo! Es ist 7.30 Uhr.

Während wir am Reparieren sind, kommt ein Mann vorbei und bietet uns an, bei seinem Haus vorbei zu schauen: er hat einen Kompressor wo wir pumpen dürfen – super. Kurzes Gespräch und weiter gehts.

An einer Tankstelle nehmen wir das zweite Frühstück ein und fahren weiter in den ersten Aufstieg, über eine weite Ebene und in den zweiten Aufstieg hinein. Da stört mich ein verdächtiges Geräusch und tatsächlich habe  ich schon wieder ein Metallteil gefangen und nach dem Herausnehmen ist die Luft im Nu aus dem Pneu. Es ist 11 Uhr. Diesmal ist kein Kompressor weit und breit…

Der 4. Platten innerhalb von 20 Stunden

Beim Rastplatz mit Aussicht über die Geländekante gibts einen Mittagslunch, leider kein Trinkwasser und ein Gespräch mit einem Reisenden mit Hund. Es ist noch weit und deshalb ziehen wir weiter. Dann tritt Jimmy in unser Leben. Mit seinem gut 50 jährigen Wohnmobil ist er auf dem Highway 395 unterwegs gegen Süden, kreuzt um 12:55 Uhr zwei Velofahrer in der Wüste, wendet und hupt die beiden von hinten an. Wir nehmen sein Angebot uns mitzunehmen dankend an, laden unsere Velos samt Gepäck in das geräumige Innere des Autos und staunen auf dem Weg gegen Norden, dass die Orte auf der Karte im Bestenfall Strassenkreuzungen mit drei Häusern sind. Nach rund 30 Meilen setzt uns Jimmy wieder ab, wir bedanken uns und nehmen die letzten Kilometer bis zum Campingplatz wieder pedalend in Angriff.

So haben wir schlussendlich einen Tag mit 3 Platten, 94 km im Sattel und einigen interessanten Begegnungen erlebt und sind froh, auf dem Campingplatz Trinkwasser vorzufinden!

PS: Die Landschaften sind wunderschön und abwechslungsreich. Die Nase den ganzen Tag sn der frischen Luft zu haben ist ein Privileg. 

Ein Halleluja für zwei Velofahrer und andere Kuriositäten: Reno – Milford (Honey Lake)

Eigentlich beginnt dieser Tag wie einige vorher schon: Kaum aus der Stadt Reno draussen geht’s obsi. Der Hwy 395 ist in Reno unter dem Namen Virginia Road eine der beiden Hauptverkehrsachsen, so man den paar Autos denn Verkehr sagen will… Eine der grossen Kreuzungen ist mit der US Route 40, des ersten transkontinentalen Highways, der 1926 eingeweiht wurde. Zu diesem Anlass haben die Reno-er ihren ersten Triumphbogen aufgestellt und den noch heute gebräuchlichen Slogan geschaffen: „The biggest little City in the would“. Dank dieses einfach gestrickten Verkehrskoordinatensystems ist auch die Ausfahrt aus Reno einfach, eben abgesehen von den Hügeln – wir sind ja immer noch im „Basin and Range“ (was wir nach der langen Abfahrt dem Truckee River entlang schon fast vergessen hätten). Nur drei Dinge sind heute etwas anders: Erstens sind die Hügel kleiner dafür zahlreicher, was am Ende gleich müde Beine macht. Zweitens sind die auf der Karte angekündigten Seen alle ausgetrocknete Sandebenen oder Wiesen. Die Bäche vertrocknen also, bevor sie ihr Ziel erreichen. Und drittens hat es heute allerlei Kurioses am Wegesrand. Das beginnt bei den Ortsnamen. Da haben die Nevadanier (wir haben noch nicht herausgefunden, wie sich die Einwohner dieses Lanstrichs selber bezeichnen) ein ausgeprochenes Faible für Naheliegendes. Schon am Lake Tahoe haben wir uns darüber gewundert, dass man ein Dorf an der Grenze einfach schnurz „Stateline“ taufen kann. Die letzte Siedlung heute vor der CA-Grenze heisst Bordertown. Und nicht lange darauf (allerdings in CA) kommen wir an die Halleluja Junction. Religiöse Einrichtungen haben wir ausser der Tankstelle, wo die Auto- und Lastwagenfahrer den Benzingöttern ihre Opfer darbringen keine wahrgenommen. Oder wir haben nicht gecheckt, wie das mit den Gottheiten hier läuft. Denn nur wenige Meilen weiter kamen wir an den „Baum der Schuhe“, über dessen Bedeutung auch Einheimische nicht Auskunft geben konnten. Der Rest der heutigen Etappe bestand aus einem Glace, das mehrere Auftau-Wiedereinfrierzyklen hinter sich hatte in einem Ort namens Doyle (das wie das Glace seine besten Tage deutlich hinter sich hat), einem Platten an der Strasse zum Gefängnisort Herlong und der Ankunft am Campingplatz Honey Lake in Milford mit dem Auftritt einer/s gut gealterten Transvestiten mit etlichen Promillen in den Adern (wenn da überhaupt noch Blut vorhanden ist). Alles in allem: Stoff genug für einen Film von Emir Kusturica! 

Der ausgetrocknete White Lake
Der Glace-Place von heute Nachmittag

Der Truckee River führt uns nach Reno

Wir brechen früh auf, denn es steht mit über 130 km die bisher längste Etappe der diesjährigen Reise an.

Entlang dem Ufer des Lake Tahoe ist es noch kalt, der erste Anstieg hilft, die Glieder zu wärmen. Schon bald kommt die erste Bären Warntafel und spätestens beim  fünften Anstieg ziehen wir die Handschuhe aus. Nach 3 Stunden, Beobachtung von einem Adler und herrlichen Stimmungen auf dem See gibt es ein zweites Frühstück und es wird klar, dass es ein langer Tag im Sattel wird.

Sandstrand am Lake Tahoe

Schliesslich erreichen wir nach ca. 50 km den Ausfluss aus dem See, den Truckee River und einen wunderbaren Radweg zwischen dem Bach und dem Highway. Die Abfahrt entschädigt für die morgentlichen Strapazen! Auf einem Campingplatz  rasten wir und nehmen das Mittagessen ein.

Dann erreichen wir Truckee mit seinem Bahnhof!

Auch durch den unteren Teil des Tals soll es einen Radweg geben. Davon finden wir nur Bruchstücke – schade – und landen schliesslich auf der Interstate 80 (davon kann nur mündlich berichtet werden 😨).

Kaum ist die Stateline zu Nevada überschritten, nehmen wir die alternative Strasse gerne an, erholen uns ausgiebig bei Eistee (je 1 Liter) und etwas warmem zum Essen und fahren dann wiederum auf einem schön ausgebauten Radweg nach Reno herunter. Kaum je haben wir eine grosse Stadt so stressfrei erreicht (damit meine ich die letzten 20 km)!

Truckee River im Zentum von Reno

Noch zwei Pässe, noch ein (Berg)See (mit Sandstrand) und noch ein Kulturschock: Topaz Lake – South Lake Tahoe

Das mag nach Wiederholung der Vortage klingen, doch der Westen der USA wäre nicht der Westen, wenn alles jeden Tag etwas anders wäre… Also hat dieser Tag mit dem ersten Platten begonnen (glücklicherweise bemerkt vor dem losfahren) und wir waren heilfroh um den mitgenommenen Ersatzreifen. Dann war es deutlich weniger kalt als die letzten beiden Tage beim losfahren. Und es hatte viel mehr Verkehr auf dem 395er, den auch die Grillen nicht mehr übertönen konnten. So waren wir bald auf dem Simee Dimeh Summit und noch rascher unten im Carson Valley. Nach 40 km erreichten wir den Fuss der Bergkette, die wir auf dem Weg zum Tahoe Lake noch zu überqueren hatten. Der Aufstieg zum Daggett Summit windet sich über zahlreiche Serpentinen gut 700 Höhenmeter die extrem steile Bergflanke hoch und bietet eine spektakuläre Aussicht über das grüne Carson Valley. Kaum erreicht die Strasse den Pass, ist links und rechts alles mit Hotels, Ferienhäusern, Resorts, Lodges etc. zugebaut. Der Baustil reicht von Blockhaus bis Hotelkasten – manche Häuser könnten vom Stil her auch in balkanischen Skigebieten stehen (ob die Jugos den Amis abgeschaut haben oder umgekehrt lassen wir jetzt einmal offen)  oder erinnern mit ihren glänzenden Blechdächern an den Baustil in rumänischen Mahalas – hier sind die Häuser einfach noch grösser. Die Ansammlung von Feriendomizilen übertrifft jedenfalls alles, was wir aus den europäischen Alpen kennen! Der Höhepunkt ist die Grenze zwischen Nevada und Kalifornien, an der unsere Unterkunft für die nächsten zwei Tage liegt. Auf der Strassenseite, die zu Nevada gehört, stehen vielstöckige Hotel-Casino-Klötze, unmittelbar daneben höchstens zweistöckige Gebäude in einem Blockhausstil, der etwas Gemütlichkeit verströmt. 

Carson Valley – 3 h früher waren wir noch unten

Höhepunkte zwischen zwei Seen: Bridgeport – Topaz Lake

Nach der Sierra Nevada sind wir in der „Basin and Range“ genannten grossen Wüstenregion im Westen der USA angekommen. Unsere Start- und Zielorte liegen jeweils in einem Tal oder einer Senke an einem See und dazwischen überqueren wir jeweils einen grösseren Pass. Gestern war es mit dem Conway Summit (8138 ft.) der höchste Punkt des Hwy 395. Heute überquerten wir das nicht minder spekakuläre Devils Gate (7519 ft.). Die Täler und Senken sind an den untersten Stellen saftig grün, kein Wunder bei dem vielen Wasser, das aus den umliegenden Bergen in zahlreichen Bächen niederströmt. Sobald dies nicht mehr ausreicht, dehnt sich ein Meer von Büschen und Sträuchern aus. Die meisten davon sind Sagebrush, der sehr gut riecht. In höheren Lagen hat es Föhren/Pinien und Wachholder. Spannend ist, dass von dem Wasser kein Tropfen in ein Meer fliesst, sondern es endet alles in Wüstenseen, wo es verdunstet. So fuhren wir heute zunächst durch die grossen Weiden ausserhalb Bridgeports. Ca. 10 km  und wenige Höhenmeter später radelten wir durch den Sagebrush. Erst auf der Passhöhe kam der wohlriechende Föhrenwald –  und ein grauslicher Gegenwind! Die ersten 10 km der Abfahrt konnten wir gar nicht geniessen bis sich der Wind dann auf wundersame Weise in einen Rückenwind wandelte. So wurden die 30 km Abfahrt entlang des wilden West Walker River zu einem eindrücklichen Erlebnis. Unten in der Ebene dann wieder das gleiche Bild wie am Morgen beim Losfahren: Herden von schwarzen Rindern auf tiefgrünen Wiesen. Das heutige Motel erreichten wir kurz nach der Grenze zu Nevada. Also es ist eher ein Casino-Motel-Laden-Restaurant, mit Betonung auf Casino. Ohne die freundliche Mithilfe eines Angestellten, hätte ich die Rezeption nicht gefunden. Sie ist gut versteckt inmitten einer Unmenge von Spielautomaten! Wir haben uns von der Spielhölle nicht anstecken lassen und nach einem feinen Nachtessen die Abendstimmung am Topaz Lake genossen.

Durch das Devil’s Gate
Der wilde West Walker River
Abendstimmung am Lake Topaz

Weiter nordwärts: Lee Vining – Bridgeport

Bridgeport Inn seit 1877!

Die Nacht auf dem Campingplatz war kalt. Heute haben wir den Aufstieg zum Conway Summit (8138 ft) vor und danach eine lange Abfahrt nach Bridgeport. Abgesehen von den spektakulären Ausblicken absolvieren wir den Tag ohne Überraschungen. Kurz vor Bridgeport wärmen wir uns in einem Restaurant bei Pizza  auf, um kurz nach Mittag im historischen Bridgeport Inn unser Zimmer zu beziehen.

Am Nachmittag fahren wir zu den Hot Springs!

Baden in den heissen Quellen
Wunderschöne Geologie!